HNO-Ärzte können über den Innovationsfonds des G-BA Projektförderungen für neue Versorgungsmodelle beantragen, die die ambulant-stationäre Vernetzung verbessern, telemedizinische Konsile etablieren oder die Versorgung in unterversorgten Regionen stärken. Das HNO-Fach bietet hier besondere Chancen, da sowohl operative als auch konservative Leistungen sektorenübergreifend optimiert werden können.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Jährlich stehen ca. 200 Millionen Euro Innovationsfondsmittel bereit, aufgeteilt auf neue Versorgungsformen (160 Mio.) und Versorgungsforschung (40 Mio.)
  • HNO-Projekte mit besonders guten Chancen sind: Teleaudiologie, digitale Sprachtherapiesteuerung und ambulante Tonsillektomie-Protokolle
  • Antragsteller müssen mindestens eine Krankenkasse als Kooperationspartner einbinden

Ausführliche Antwort

Für HNO-Ärzte sind Projekte interessant, die die lange Wartezeit auf HNO-Termine reduzieren, die Versorgung mit Hörgeräten und Hörimplantaten optimieren oder die präventive Diagnostik von Hörverlust bei Kindern verbessern. Telemedizinische Konsile, bei denen Hausärzte oder Kinderärzte Bilder und Befunde digital an HNO-Spezialisten übermitteln, haben bereits in Pilotprojekten überzeugt.

Das Antragsverfahren läuft über den G-BA mit standardisierten Formularen und einem zweistufigen Wettbewerbsverfahren. HNO-Verbünde oder Fachgesellschaften wie der Deutsche Berufsverband der HNO-Ärzte können bei der Antragstellung unterstützen. Wesentliche Anforderungen sind ein Studienprotokoll, ein Implementierungsplan und der Nachweis von Krankenkassenbeteiligung.

Erfolgreich umgesetzte Innovationsfonds-Projekte können nach Evaluation in die Regelversorgung überführt werden, was langfristig stabile Vergütung für neue Leistungen bedeutet.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

HNO-Ärzte, die in Innovationsfonds-Projekten tätig sind, sollten klären, welche zusätzlichen Versicherungspflichten entstehen, wenn externe Kooperationspartner oder IT-Dienstleister eingebunden sind. Ärzteversichert berät zu den Haftpflichtanforderungen in Forschungs- und Innovationsprojekten.

Quellen und weiterführende Informationen

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