Orthopädische Praxen profitieren erheblich von der Digitalisierung, da bildgebende Diagnostik, Befunddokumentation und Terminmanagement besonders aufwändig sind. Die Umstellung auf digitale Radiologie (PACS), elektronische Patientenakte (ePA) und Online-Terminbuchung verbessert Effizienz und Patientenzufriedenheit. Pflichtbestandteile wie Telematikinfrastruktur (TI), Konnektor und ePA-Anbindung sind für alle KV-zugelassenen Orthopäden ohnehin gesetzlich vorgeschrieben.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Digitale Bildarchivierung (PACS/RIS) ist Grundlage moderner orthopädischer Diagnostik und Voraussetzung für teleradiologische Befundung
- Die ePA-Pflicht (elektronische Patientenakte) gilt seit 2025 für alle Vertragsärzte, inklusive Orthopäden
- Förderprogramme (z. B. KV-Investitionsprogramme, Digitalisierungsbonus) können bis zu 50 Prozent der Investitionskosten abdecken
Ausführliche Antwort
Der erste Schritt der Digitalisierung in der orthopädischen Praxis ist die vollständige Integration der Bildgebung in ein PACS (Picture Archiving and Communication System). Digitale Röntgengeräte, Sonographiegeräte und MRT-Kooperationen erzeugen DICOM-Daten, die im PACS zentral gespeichert, archiviert und bei Bedarf an Mitbehandler übermittelt werden. Die papierlose Röntgenverwaltung spart Zeit und reduziert Aufwand für gesetzlich vorgeschriebene Aufbewahrungsfristen (10 Jahre für Röntgenaufnahmen nach RöV).
Die Telematikinfrastruktur (TI) mit Konnektor, eHBA und Praxisausweis (SMC-B) ist Pflicht und ermöglicht eAU (elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung), E-Rezept und ab 2025 die aktive ePA-Befüllung. Orthopäden, die Heilmittelverordnungen (Physiotherapie, Ergotherapie) ausstellen, profitieren besonders vom E-Rezept, das Papierrezepte ersetzt und den Rückrufaufwand durch Patienten minimiert.
Darüber hinaus lohnen sich digitale Terminbuchungssysteme, die Patienten die selbstständige Online-Buchung ermöglichen. In orthopädischen Praxen mit hoher Frequenz (oft 40 bis 80 Patienten täglich) kann ein intelligentes Terminmanagement Wartezeiten um 20 bis 40 Prozent reduzieren. Videosprechstunden eignen sich für Nachsorge-Termine nach Operationen oder Verlaufskontrollen konservativer Therapien.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Die Digitalisierung der Praxis schafft neue Angriffsflächen für Cyberkriminalität: PACS-Daten und Patientenakten sind attraktive Ziele für Ransomware-Angriffe. Ärzteversichert empfiehlt orthopädischen Praxisinhabern, parallel zur technischen Aufrüstung eine Cyber-Versicherung abzuschließen, die Betriebsunterbrechungen, Datenwiederherstellung und Lösegeldforderungen absichert.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Telematikinfrastruktur und digitale Anwendungen
- gematik – ePA und E-Rezept für Vertragsärzte
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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