Palliativmediziner verbringen viel Zeit mit emotional belastenden Situationen am Lebensende. Nebentätigkeiten sollten deshalb idealerweise komplementär und weniger emotional aufreibend sein. Gutachten, Lehrtätigkeit und Organisationsberatung bieten sich an.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Gutachten für Pflegedienste, Hospizinitiativen oder Versicherungen sind gut planbar
  • Lehraufträge an Hochschulen für Pflegewissenschaft oder Soziale Arbeit sind gefragt
  • Seminar-Referent zu Gesprächsführung am Lebensende und Ethikberatung ist nachgefragtes Profil

Ausführliche Antwort

Palliativmediziner verfügen über seltene Fähigkeiten in der Gesprächsführung bei schwerer Erkrankung, im Symptommanagement und in der Ethikberatung. Diese Kompetenzen werden außerhalb des klinischen Alltags geschätzt. Als Gutachter für Pflegeversicherungen oder Sozialgerichte bei Pflegegradstreitigkeiten bringen Palliativmediziner wertvolles medizinisches Fachwissen ein, das über die normale hausärztliche Perspektive hinausgeht.

Hochschulen für Gesundheitswissenschaften, Pflegewissenschaft und Soziale Arbeit suchen Lehrbeauftragte mit praktischer Erfahrung in der Palliativversorgung. Semesterveranstaltungen zu "Kommunikation bei schwerer Krankheit" oder "Ethik in der Palliativmedizin" bieten ein Honorar von typischerweise 30 bis 80 Euro pro Unterrichtsstunde, sind aber zeitlich gut planbar.

Speziell gefragt sind Palliativmediziner auch bei der Entwicklung betrieblicher Gesundheitsprogramme für Unternehmen in Berufen mit hohem Sterbebegleitungsanteil (z.B. Pflegebranche, Altenpflege), die präventive Burnout-Schulungen suchen.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Wer als Palliativmediziner gutachterlich tätig wird, sollte seine Berufshaftpflicht auf diese Tätigkeit ausweiten. Ärzteversichert klärt, welche Nebentätigkeiten unter der bestehenden Arzt-Police laufen und wo zusätzlicher Schutz notwendig ist.

Quellen und weiterführende Informationen

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