Die Digitalisierung in der Pathologie schreitet rasant voran. Digitale Pathologie, also die Digitalisierung histologischer Schnitte und deren KI-gestützte Analyse, verändert die Arbeit von Pathologen grundlegend. Niedergelassene Pathologen und Pathologieinstitute können durch Investition in Whole-Slide-Imaging (WSI) und digitale Befundungssoftware Effizienz und Qualität erheblich steigern.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Whole-Slide-Imaging (WSI) digitalisiert Gewebeschnitte und ermöglicht Remote-Befundung und KI-Analyse
  • Digitale Pathologie erfordert Investitionen von 100.000 bis 500.000 Euro für Scanner und Software
  • Telepathologe-Konsilleistungen können über digitale Plattformen überregional erbracht werden

Ausführliche Antwort

Die digitale Pathologie basiert auf dem Einscannen histologischer Schnittpräparate mit Whole-Slide-Scannern. Diese erzeugen hochauflösende digitale Bilder, die am Bildschirm befundet und archiviert werden können. Führende Hersteller sind Hamamatsu, Leica Biosystems und Philips Digital Pathology. Die Scannerkosten liegen zwischen 100.000 und 300.000 Euro, hinzu kommt eine Pathologie-Informations-Management-Software (PIMS) und ausreichende Speicherkapazität.

Für niedergelassene Pathologen ermöglicht Digitalisierung die Telepathologe-Konsultation: Befunde können von Kollegen überregional begutachtet werden, Second Opinions sind einfacher einzuholen und internationale Expertennetzwerke können einbezogen werden. Die Abrechnung von Telepathologe-Leistungen ist über Selektivverträge mit Krankenkassen möglich.

Künstliche Intelligenz-gestützte Bildanalyse-Tools unterstützen Pathologen bei der Erkennung von Tumorzellen, der Grading-Klassifikation und der Messung morphologischer Parameter. Erste Systeme haben eine EU-MDR-Zertifizierung als Medizinprodukt erhalten und können in der klinischen Routine eingesetzt werden. Die Kombination aus KI und menschlicher Expertise erhöht die Befundqualität.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Bei der Digitalisierung entstehen große Mengen sensibler Patientendaten, die DSGVO-konform gespeichert und übertragen werden müssen. Ärzteversichert empfiehlt Pathologen, beim Aufbau digitaler Infrastruktur auch eine Cyber-Haftpflichtversicherung und eine IT-Betriebsunterbrechungsversicherung abzuschließen, die Ausfälle von Scannern oder Datenbankservern absichert.

Quellen und weiterführende Informationen

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