Die Radiologie ist eine der am stärksten digitalisierten Fachrichtungen in der Medizin. Von der Bildakquise über die Befundung bis zur Archivierung laufen heute nahezu alle Prozesse digital. Dennoch gibt es weiteres Optimierungspotenzial, etwa bei der teleradiologischen Befundung und bei KI-gestützter Bildanalyse.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • PACS (Picture Archiving and Communication System) und RIS (Radiologie-Informationssystem) sind die Kernsysteme jeder digitalen Radiologiepraxis
  • Teleradiologie ermöglicht die Befundung von einem anderen Standort aus und eröffnet neue Geschäftsmodelle
  • KI-Tools zur Bildauswertung sind bereits für mehrere Indikationen CE-zertifiziert und abrechenbar

Ausführliche Antwort

Radiologen, die ihre Praxis weiter digitalisieren möchten, sollten zunächst prüfen, ob ihre bestehende IT-Infrastruktur mit aktuellen Standards kompatibel ist. Ein modernes PACS sollte DICOM-konform sein, eine schnelle Bildübertragung ermöglichen und mit dem Praxisverwaltungssystem (PVS) integriert sein. Cloud-basierte Lösungen gewinnen dabei immer mehr Akzeptanz, da sie die Wartung vereinfachen und den Remote-Zugriff erlauben.

Teleradiologie ist für viele Praxen ein attraktives Ergänzungsmodell. Radiologen können Nacht- oder Wochenenddienste für Kliniken übernehmen und Befunde aus der Ferne erstellen. Die gesetzlichen Anforderungen für Teleradiologie (nach RöV und StrlSchV) sind dabei strikt einzuhalten. Insbesondere müssen die Bildqualität und die Kommunikationsinfrastruktur bestimmten Mindeststandards entsprechen.

KI-basierte Entscheidungsunterstützung ist ein wachsender Bereich: Systeme zur automatischen Erkennung von Lungenembolien im CT, Frakturen im Röntgenbild oder Läsionen im MRT sind bereits klinisch etabliert. Diese Tools können die Befundungszeit verkürzen, die Qualität steigern und ab 2025 teilweise über die GOÄ neu abgerechnet werden.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Digitalisierungsinvestitionen in der Radiologie sind erheblich. Ärzteversichert hilft Radiologen, die technische Ausstattung korrekt zu versichern und Cyberrisiken, die mit der Digitalisierung entstehen, adäquat abzudecken.

Quellen und weiterführende Informationen

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