Die Digitalisierung der Zahnarztpraxis umfasst weit mehr als die Einführung eines digitalen Röntgens: Von der papierlosen Patientenakte über CAD/CAM-Technologie bis zur Online-Terminbuchung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Praxiseffizienz zu steigern und das Patientenerlebnis zu verbessern. Ein schrittweiser Ansatz hilft, Investitionskosten zu verteilen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Digitales Röntgen (Intraoral-Sensor oder Panoramaröntgen) ist die Basis der Praxisdigitalisierung
- Intraorale Scanner ersetzen konventionelle Abdrucknähme und verbessern die Patientenakzeptanz
- Praxisverwaltungssystem (PVS) mit KZÄV-Schnittstelle und papierloser Patientenakte spart täglich Zeit
Ausführliche Antwort
Der erste Digitalisierungsschritt für die meisten Zahnarztpraxen ist die Umstellung auf digitale Röntgenaufnahmen. Digitale Intrasensoren erzeugen sofort verfügbare Röntgenbilder mit geringerer Strahlungsdosis (bis zu 80 Prozent weniger als analoges Röntgen), die direkt im PVS gespeichert werden. Die Anschaffungskosten liegen bei 3.000 bis 8.000 Euro pro Sensor.
Intraorale Scanner (IOS) wie iTero, Cerec oder 3Shape Trios ersetzen den konventionellen Abdruck und erzeugen digitale 3D-Modelle des Kiefers. Die Modelle können direkt für CAD/CAM-Restaurationen genutzt werden, was die Laborkosten senkt und die Behandlungszeit verkürzt. Ein Chairside-CAD/CAM-System (Cerec) ermöglicht die Herstellung von Kronen in einer Sitzung, was die Patientenzufriedenheit erheblich steigert. Geräte kosten 40.000 bis 100.000 Euro, amortisieren sich aber bei ausreichendem Einsatz in drei bis fünf Jahren.
Auf der administrativen Seite ermöglicht eine moderne PVS-Software (z.B. CGM Z1.PRO, Charly oder Dampsoft) die papierlose Patientenakte, die Online-Terminbuchung und die automatische Befunderstellung. Die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) ist für KZÄV-abgerechnete Leistungen verpflichtend und ermöglicht die elektronische Patientenakte (ePA).
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Zahnärzte, die in Digitalisierung investieren, sollten ihre IT-Infrastruktur und den Datenschutz parallel stärken. Ärzteversichert empfiehlt eine Cyberversicherung, die bei Ransomware-Angriffen auf die Praxis-IT oder bei Datenschutzverletzungen eingreift, da digitale Zahnarztpraxen besonders attraktive Angriffsziele für Cyberkriminelle sind.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Telematikinfrastruktur und ePA
- Bundesgesundheitsministerium – Digitalisierung Gesundheitswesen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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