Eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die im Medizinstudium abgeschlossen wurde, kann später gewechselt werden, wenn ein besserer Tarif gefunden wird. Dabei ist Vorsicht geboten: Ein Wechsel bedeutet immer eine neue Gesundheitsprüfung, bei der bereits vorhandene Erkrankungen zu Ausschlüssen oder Prämienerhöhungen führen können.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • BU im Studium abschließen ist sinnvoll: niedrigstes Eintrittsalter bedeutet niedrigste Beiträge
  • Wechsel zu einem anderen Anbieter erfordert neue Gesundheitsprüfung, bei guter Gesundheit unkritisch
  • Nachversicherungsgarantie im Studium-Vertrag sicherstellen, um spätere BU-Rentenanpassung ohne neue Prüfung zu ermöglichen

Ausführliche Antwort

Medizinstudierende, die bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Studium abgeschlossen haben, können diese behalten oder wechseln. Ein Wechsel ist vor allem dann sinnvoll, wenn sich die persönliche Situation geändert hat, ein günstigerer Tarif verfügbar ist oder der ursprüngliche Tarif schlechte Vertragskonditionen aufweist (z. B. keine echte BU-Definition, abstrakte Verweisung).

Der entscheidende Haken beim Wechsel ist die neue Gesundheitsprüfung: Wer als Student eine BU abgeschlossen hat und inzwischen Rückenbeschwerden, psychische Diagnosen oder andere Erkrankungen entwickelt hat, erhält beim neuen Anbieter möglicherweise Ausschlüsse oder höhere Prämien. Wer gesund ist, kann oft wechseln und dabei günstiger werden.

Wichtiger als ein Wechsel ist in vielen Fällen die Ausnutzung der Nachversicherungsgarantie im bestehenden Vertrag: Diese erlaubt eine Erhöhung der BU-Rente (z. B. von 1.000 auf 2.500 Euro monatlich nach der Approbation) ohne neue Gesundheitsprüfung. Diese Option ist wertvoller als ein Versichererwechsel und sollte nicht aufgegeben werden.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzteversichert empfiehlt Medizinstudierenden und Berufseinsteigern, die Vertragsbedingungen der bestehenden BU-Police genau zu prüfen, bevor ein Wechsel erwogen wird. Eine unabhängige Makleranalyse hilft, den Nutzen eines Wechsels gegenüber dem Risiko der neuen Gesundheitsprüfung abzuwägen.

Quellen und weiterführende Informationen

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