Ärzte kurz vor dem Ruhestand stehen vor der besonderen Herausforderung, Kapital sicher anzulegen und gleichzeitig Liquidität für den Übergang zu sichern. Die Bezeichnung "erstes Gehalt im Ruhestand" meint die erste Rentenphase, in der frühere Einzahlungen in Versorgungswerk, Rürup und private Rente ausgezahlt werden. Priorität haben sichere Entnahmestrategien, Steueroptimierung und die Vermeidung von Klumpenrisiken.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Im Ruhestand: Kapitalerhalt geht vor Rendite, Sicherheit der Entnahmen sicherstellen
  • Steueroptimierung durch Staffelung der Auszahlungen aus verschiedenen Schichten der Altersvorsorge
  • Inflationsschutz durch Beibehaltung eines Aktienanteils auch im Ruhestand (etwa 30 bis 40 Prozent)

Ausführliche Antwort

Ärzte vor dem Ruhestand sollten ihren Anlagenmix schrittweise von wachstumsorientiert auf sicherheitsorientiert umstrukturieren. Eine Faustregel lautet: Der Anleihe- und Geldmarktanteil sollte etwa dem Lebensalter minus 20 entsprechen. Ein 60-jähriger Arzt hätte damit einen Aktienanteil von 40 Prozent, was noch ausreichende Renditechancen bietet, ohne den gesamten Kapitalstock einem hohen Schwankungsrisiko auszusetzen.

Die Auszahlungsstrategie aus verschiedenen Vorsorgebausteinen sollte steuerlich optimiert werden: Versorgungswerksrente und Rürup-Rente werden mit dem individuellen Steuersatz besteuert. Private Kapitalanlagen (Fonds, ETFs) unterliegen nur der Abgeltungsteuer von 25 Prozent auf Erträge. Eine sinnvolle Reihenfolge der Entnahmen kann die Gesamtsteuerlast erheblich senken.

Für Ärzte kurz vor dem Ruhestand ist auch die Liquiditätspuffer-Strategie wichtig: Mindestens zwei Jahre Lebenshaltungskosten sollten in sicheren, jederzeit verfügbaren Anlagen (Tagesgeld, kurzlaufende Anleihen) gehalten werden, damit in Börsenkorrekturen keine Depotpositionen mit Verlust verkauft werden müssen.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzte, die kurz vor dem Ruhestand stehen, sollten keine neuen langen Vertragsbindungen eingehen. Ärzteversichert überprüft alle bestehenden Versicherungsverträge auf Ruhestandstauglichkeit und hilft bei der Optimierung von Beitragsstundungen oder Rentenoptionen in laufenden Verträgen.

Quellen und weiterführende Informationen

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