Augenärzte sind eine der Facharztgruppen mit den längsten Wartezeiten in Deutschland: Patienten warten auf einen Termin bei niedergelassenen Augenärzten in städtischen Gebieten häufig 4 bis 12 Wochen. Effizientes Terminmanagement ist daher ein kritischer Erfolgsfaktor.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dringende Erkrankungen (Glaukomanfall, Amotio retinae) müssen über ein separates Notfallkontingent kurzfristig behandelt werden
  • Digitale Terminbuchungssysteme (Doctolib, Jameda) reduzieren den Verwaltungsaufwand erheblich
  • Klare Priorisierungsregeln verhindern, dass Notfälle durch Routinetermine verdrängt werden

Ausführliche Antwort

Augenärzte müssen ihr Terminmanagement an drei Patientengruppen ausrichten: Notfälle und Akutfälle (sofortige Behandlung notwendig), Dringlichkeitsfälle (Termin innerhalb von 1 bis 2 Wochen) und Routineuntersuchungen (geplante Kontrollen, Brillenrezepte).

Für Notfälle wie Glaukomanfall, akute Sehverschlechterung oder Fremdkörper im Auge müssen täglich 2 bis 4 Terminslots freigehalten werden. Ein Online-Buchungssystem (z. B. Doctolib oder Jameda Booking) kann Routinetermine automatisch vergeben, ohne MFA-Aufwand, und reduziert die Telefonbelastung um bis zu 40 %.

Das sogenannte Open Access Scheduling, bei dem ein Teil der täglichen Termine erst am selben Tag gebucht werden kann, hat sich in einigen Augenarztpraxen als effektiv erwiesen: Es reduziert No-Show-Raten (häufig 8 bis 15 %) und ermöglicht die Aufnahme von Akutpatienten ohne Warteliste.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Augenärzte sollten ihr Terminmanagementsystem regelmäßig auf Effizienz und Patientenzufriedenheit prüfen und die Datenschutzkonformität von Online-Buchungstools sicherstellen. Ärzteversichert empfiehlt, im Zuge einer Digitalisierung der Praxis auch den Versicherungsschutz für Cyberrisiken anzupassen.

Quellen und weiterführende Informationen

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