Ärzte in Teilzeit zahlen denselben PKV-Beitrag wie Vollzeitärzte, haben aber ein geringeres Einkommen. Das führt zu einer verhältnismäßig höheren Belastung durch die Krankenversicherungsprämie. Mit den richtigen Stellschrauben lässt sich die PKV-Belastung in Teilzeitphasen erheblich senken.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Tarifwechsel innerhalb der PKV: gleiches Unternehmen, geringerer Beitrag durch höheren Selbstbehalt oder reduzierte Zusatzleistungen
  • Beitragsrückerstattung nutzen: bei leistungsfreien Jahren bis zu 3 Monatsbeiträge zurückerhalten
  • Elternzeit-Regelung: bei Elternzeit zahlt der Arbeitgeber hälftig die PKV-Prämie weiter, wenn kein Beitragsfreistellung beantragt wird

Ausführliche Antwort

Die erste und wirksamste Stellschraube ist der Tarifwechsel. Nach § 204 VVG haben PKV-Versicherte das Recht, innerhalb ihres Versicherungsunternehmens in einen anderen Tarif zu wechseln, ohne ihre Altersrückstellungen zu verlieren. Ein Wechsel von einem leistungsstarken Tarifen (Einbettzimmer, Chefarztbehandlung, umfangreiche Extras) in einen Tarif mit höherem Selbstbehalt (z. B. 600 bis 1.200 Euro jährlich) kann die monatliche Prämie um 80 bis 200 Euro reduzieren.

Für Ärzte in Elternzeit gilt: Das PKV-Unternehmen kann nicht auf ein GKV-Niveau zurückgestuft werden. Der Arbeitgeber ist während Elternzeit bis zur Höhe der Hälfte des GKV-Höchstbeitrags (2026 ca. 450 Euro) verpflichtet, zur PKV-Prämie beizutragen, wenn kein Beitragsfreistellungsantrag gestellt wird. Diese Regelung ist vielen Ärzten unbekannt und wird häufig nicht beantragt.

Bei dauerhafter Teilzeit (nicht nur Elternzeit) lohnt es sich, die PKV-Prämie über einen höheren Selbstbehalt zu reduzieren. Wichtig: Der Selbstbehalt sollte nur so hoch gewählt werden, dass er im Krankheitsfall tatsächlich ohne Liquiditätsprobleme bezahlbar ist. Ein jährlicher Selbstbehalt von 1.200 Euro entspricht 100 Euro monatlicher Rücklage.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzteversichert empfiehlt Ärzten in Teilzeit, vor einem Tarifwechsel eine unabhängige Beratung zu nutzen. Nicht alle Tarifoptionen innerhalb der PKV sind gleichwertig, und ein ungünstiger Wechsel kann sich nach Rückkehr zur Vollzeit als nachteilig erweisen. Eine spezialisierte Beratung prüft, welche Tarife heute günstig sind und welche Option die besten Langzeitkonditionen bietet.

Quellen und weiterführende Informationen

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