Urologen können ihre KV-Abrechnung durch systematische Nutzung aller relevanten EBM-Ziffern, eine strukturierte Dokumentation und die Vermeidung häufiger Abrechnungsfehler optimieren. Da urologische Leistungen oft komplex sind und viele Zuschlagsleistungen umfassen, ist das Abrechnungspotenzial in vielen Praxen nicht vollständig ausgeschöpft.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Urologische EBM-Ziffern umfassen diagnostische Leistungen (Urodynamik, Zystoskopie), operative Eingriffe und Chroniker-Zuschläge
- Chronisch kranke urologische Patienten (BPS, Inkontinenz, Prostatakarzinom-Nachsorge) ermöglichen Chronikerzuschläge nach EBM-Nr. 03220/03221
- Regelmäßige Abrechnungsberatung durch die KV oder spezialisierte Unternehmensberater deckt Optimierungspotenziale auf
Ausführliche Antwort
Die EBM-Abrechnung für Urologen umfasst Grundpauschalen (EBM Nr. 26211/26213), urologische Funktionsuntersuchungen wie Urodynamik (EBM Nr. 26320 ff.) und Zystoskopie, sowie operative Leistungen wie transurethrale Resektionen. Ein häufig unterschätztes Potential liegt in den Chronikerzuschlägen: Patienten mit BPS (benignes Prostatasyndrom), Harnblasenkarzinom in der Nachsorge oder neurogener Blasenfunktionsstörung erfüllen oft die Kriterien für Zuschlagsleistungen nach EBM Nr. 03220/03221.
Wichtig ist die korrekte Kodierung von Nebendiagnosen über den ICD-10: Jede zusätzliche gesicherte Diagnose ermöglicht potenziell weitere Abrechnungspositionen. Die Dokumentation im Behandlungsfall muss die abgerechneten Ziffern begründen. Fehler entstehen häufig durch unvollständige Stempel (fehlende Tagesdokumentation), nicht kodierte Diagnosen oder vergessene Zuschlagsleistungen.
Eine Plausibilitätsprüfung durch die KV kontrolliert, ob abgerechnete Leistungsmengen im Vergleich zu Fachgruppendurchschnittswerten auffällig sind. Zu hohe Fallzahlen oder ungewöhnliche Leistungsmuster können eine Wirtschaftlichkeitsprüfung auslösen. Eine Abrechnungsberatung durch die zuständige KV oder einen spezialisierten Unternehmensberater hilft, das Gleichgewicht zwischen Optimierung und Konformität zu finden.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Urologische Eingriffe sind haftungsrechtlich sensibel. Ärzteversichert empfiehlt Urologen, gleichzeitig mit der Abrechnungsoptimierung die Deckungssumme der Berufshaftpflicht zu überprüfen, da eine höhere Leistungsfrequenz auch das statistische Schadenrisiko erhöht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – EBM Urologie
- Bundesärztekammer – Facharztstandards Urologie
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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