Als Assistenzarzt an den Ruhestand zu denken mag weit entfernt wirken, ist aber der entscheidende Zeitpunkt, um durch frühzeitiges Handeln die maximale Vorsorgewirkung zu erzielen. Wer mit 30 Jahren beginnt, 200 Euro monatlich in einen ETF-Sparplan zu investieren, hat bei 7 Prozent Rendite mit 65 Jahren rund 315.000 Euro angespart.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Assistenzärzte sind Pflichtmitglieder im ärztlichen Versorgungswerk und zahlen automatisch Beiträge in die Altersvorsorge ein.
  • Zusätzliche private Sparraten von 200 bis 500 Euro monatlich ab dem ersten Berufsjahr können die Versorgungslücke im Rentenalter erheblich reduzieren.
  • Bereits in der Assistenzzeit können steuerlich wirksame Instrumente wie Rürup genutzt werden, wenn die Steuerlast entsprechend hoch ist.

Ausführliche Antwort

Assistenzärzte verdienen im ersten Weiterbildungsjahr nach TV-Ärzte rund 5.500 bis 6.500 Euro brutto monatlich. Nach Abzug von Steuern, Versorgungswerk-Beitrag und Lebenshaltungskosten bleiben oft 500 bis 1.500 Euro monatlich für freie Ansparung. Dieser Betrag sollte möglichst früh und regelmäßig investiert werden.

Die wichtigste Entscheidung in der Assistenzzeit ist die Mitgliedschaftsoption im Versorgungswerk: Wer zwischen Regelbesteuerung und Wahl des Pflichtbeitrags wählen kann, sollte die höchste Beitragsoption prüfen. Höhere Einzahlungen in der Weiterbildungszeit wirken durch den Zinseszinseffekt besonders stark, da das angesparte Kapital über viele Jahrzehnte wachsen kann.

Ergänzend empfehlen sich ETF-Sparpläne auf breit diversifizierte Indizes wie den MSCI World oder einen All-World-ETF. Diese sind kostengünstig, flexibel und langfristig ertragsstark. Bei einem Sparplan von 300 Euro monatlich über 35 Jahre und 6 Prozent Rendite ergibt sich ein Endkapital von rund 370.000 Euro.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzteversichert empfiehlt Assistenzärzten, parallel zur Altersvorsorge eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Wer jung und gesund ist, erhält die günstigsten Prämien. Eine BU-Rente von 2.500 bis 3.500 Euro monatlich kostet in diesem Alter rund 60 bis 100 Euro monatlich und sichert die Vorsorge für den Fall einer frühzeitigen Berufsaufgabe.

Quellen und weiterführende Informationen

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