Orthopäden und Unfallchirurgen gehören zu den Fachgruppen mit einem überdurchschnittlich hohen Burnout-Risiko: Lange Operationszeiten, hoher Patientendurchsatz in der orthopädischen Praxis und die körperliche Belastung durch operative Tätigkeit summieren sich über Jahre. Prävention erfordert strukturelle und persönliche Maßnahmen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Burnout ist keine offizielle ICD-Diagnose, kann aber zu Berufsunfähigkeit führen
  • Regelmäßige Supervisionen und kollegiale Intervision reduzieren das Risiko nachweislich
  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Ausschluss psychischer Erkrankungen ist essenziell

Ausführliche Antwort

Studien der Bundesärztekammer zeigen, dass rund 40 % der Ärzte unter chronischer Erschöpfung leiden, mit besonders hohen Werten in operativ tätigen Fächern wie Orthopädie und Unfallchirurgie. Orthopäden in der Niederlassung berichten von durchschnittlich 40 bis 55 Patientenkontakten täglich bei zugleich steigendem Dokumentationsaufwand durch elektronische Patientenakte und Telematikinfrastruktur.

Präventiv wirksam sind klare Arbeitszeitgrenzen, die Delegation von Verwaltungsaufgaben an qualifiziertes Personal sowie regelmäßige körperliche Ausgleichsaktivitäten. Orthopäden sollten zudem kollegiale Beratungsnetzwerke oder Balint-Gruppen nutzen, die in vielen Ärztekammern angeboten werden. Diese Formate sind kostenlos oder günstig und ermöglichen einen strukturierten Austausch über belastende Behandlungssituationen.

Auf der Versicherungsseite ist zu beachten, dass Burnout häufig über psychische Erkrankungen wie Depression oder Angststörungen in die BU-Kategorie fällt. Einige Versicherer schließen psychische Erkrankungen pauschal aus oder erheben Risikozuschläge. Orthopäden sollten daher bei Abschluss der BU auf eine umfassende Deckung psychischer Erkrankungen ohne Einschränkungen achten.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Burnout entwickelt sich schleichend, weshalb regelmäßige Selbstreflexion und ärztliche Kollegenberatung frühzeitig ansetzen sollten. Ärzteversichert empfiehlt Orthopäden, ihre BU-Police auf den Ausschluss psychischer Erkrankungen zu prüfen und gegebenenfalls in eine Police ohne diesen Ausschluss zu wechseln, bevor Vorerkrankungen dokumentiert sind.

Quellen und weiterführende Informationen

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