HNO-Ärzte bauen ihre Altersvorsorge typischerweise auf drei Säulen auf: Versorgungswerk, Praxisvermögen und private Kapitalanlage. Die Zusammensetzung dieser Säulen unterscheidet sich je nach Karrierestufe erheblich. Eine frühzeitige und strukturierte Planung ist entscheidend für einen komfortablen Ruhestand.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • HNO-Ärzte sind Pflichtmitglieder im ärztlichen Versorgungswerk des jeweiligen Bundeslandes
  • Der Praxisverkaufserlös kann je nach Praxisgröße und IGeL-Anteil eine wichtige Altersvorsorgesäule sein
  • Freiwillige Höherversicherung im Versorgungswerk oder private Rentenversicherung ergänzen die Pflichtbeiträge

Ausführliche Antwort

Das ärztliche Versorgungswerk ist die wichtigste Altersvorsorgesäule für HNO-Ärzte. Die Pflichtbeiträge betragen je nach Versorgungswerk 14 bis 18 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens, maximal aber ein Vielfaches der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung. Bei einem Facharzteinkommen von 100.000 Euro jährlich werden demnach 14.000 bis 18.000 Euro jährlich in das Versorgungswerk eingezahlt. Die erreichbare Altersrente liegt nach 35 Beitragsjahren typischerweise zwischen 3.000 und 6.000 Euro monatlich.

Für niedergelassene HNO-Ärzte ist der Praxisverkauf eine zweite wichtige Altersvorsorgesäule. Eine gut geführte HNO-Praxis mit stabilen Fallzahlen und einem IGeL-Anteil von 20 bis 30 Prozent erzielt bei einer Praxisübergabe Erlöse von 150.000 bis 350.000 Euro. Diese Summe fließt in der Regel steuerbegünstigt als Veräußerungsgewinn in die Altersvorsorge (Freibetrag nach § 16 Abs. 4 EStG bis zu 45.000 Euro, ermäßigter Steuersatz nach § 34 EStG).

Als ergänzende Anlageformen eignen sich für HNO-Ärzte ETF-Sparpläne, Immobilieninvestitionen und freiwillige Mehreinzahlungen ins Versorgungswerk. Letztere sind besonders attraktiv, wenn die Versorgungswerksrente noch nicht die gewünschte Höhe erreicht hat.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

HNO-Ärzte sollten mindestens alle fünf Jahre eine Altersvorsorge-Bilanz erstellen und prüfen, ob Lücken zwischen dem angestrebten Lebensstandard im Rentenalter und dem erwarteten Versorgungswerks-Einkommen bestehen. Ärzteversichert bietet eine Gesamtanalyse der Altersvorsorgesituation an und zeigt individuell auf, welche Ergänzungsmaßnahmen sinnvoll sind.

Quellen und weiterführende Informationen

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