Die Anästhesie leidet wie viele klinische Fachrichtungen unter einem erheblichen Fachkräftemangel. Operationssäle werden aus Personalgründen nicht selten zeitweise geschlossen, und Kliniken bieten immer attraktivere Konditionen, um Anästhesisten zu gewinnen und zu halten. Wer die aktuelle Lage kennt, kann seine Verhandlungsposition besser einschätzen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Anästhesiologie ist laut Bundesärztekammer eine der Fachrichtungen mit den meisten offenen Stellen in deutschen Kliniken
  • Die Weiterbildungszeit beträgt fünf Jahre und filtert viele Kandidaten heraus, was das Angebot an Fachärzten begrenzt
  • Kliniken bieten neben höheren Gehältern zunehmend Teilzeitmodelle, Sabbaticals und Umzugsprämien an

Ausführliche Antwort

Der Deutsche Ärztetag berichtet seit Jahren von steigendem Bedarf an Anästhesisten bei gleichzeitig sinkenden Weiterbildungszahlen in diesem Fach. Besonders betroffen sind kleinere Krankenhäuser in ländlichen Regionen, die im Wettbewerb mit Universitätskliniken und großen Privatkliniken oft das Nachsehen haben. Als Reaktion setzen viele Häuser auf Locum-Anästhesisten oder Honorarärzte, um kurzfristige Lücken zu schließen.

Für Anästhesisten bedeutet die angespannte Fachkräftesituation eine ausgezeichnete Verhandlungsposition: Fachärzte mit Zusatzbezeichnungen (Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie) können in Kliniken Jahresgehälter von 120.000 bis über 160.000 Euro erzielen. Im Locum-Bereich sind Tagessätze von 700 bis 1.200 Euro üblich. Durch den Fachkräftemangel entstehen auch mehr flexible Arbeitszeitmodelle, die für Familienphasen oder Work-Life-Balance attraktiv sind.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Anästhesisten, die häufig die Stelle wechseln oder als Honorarärzte tätig sind, sollten besonders auf lückenlose Berufshaftpflicht und BU-Absicherung achten. Ärzteversichert berät zur passenden Absicherung für Anästhesisten in verschiedenen Beschäftigungsmodellen.

Quellen und weiterführende Informationen

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