In der Augenheilkunde zeichnet sich ein wachsender Fachkräftemangel ab, der sowohl die ärztliche Ebene als auch medizinische Fachangestellte (MFA) und Orthoptisten betrifft. Die steigende Nachfrage nach ophthalmologischen Leistungen durch die alternde Bevölkerung trifft auf eine relativ kleine Facharztgruppe mit langen Ausbildungszeiten. Praxisinhaber müssen aktiv in Rekrutierung und Mitarbeiterbindung investieren.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Deutschland hat laut Bundesärztekammer rund 6.300 niedergelassene Augenärzte, was im Verhältnis zur Bevölkerung und Morbidität zunehmend knapp wird
- Orthoptisten (spezialisierte Assistenzberufe in der Augenheilkunde) sind besonders schwer zu rekrutieren, da ihre Ausbildung nur an wenigen Schulen angeboten wird
- Attraktive Vergütung nach MFA-Tarif, Gleitzeitmodelle und Fortbildungsangebote sind entscheidend für die Mitarbeiterbindung
Ausführliche Antwort
Die Bundesärztekammer meldet seit Jahren eine abnehmende Zahl junger Ärzte, die sich in der Augenheilkunde weiterbilden. Die fünfjährige Facharztweiterbildung, die viele Eingriffe im OP-Bereich umfasst, wirkt für viele Studienabgänger wenig attraktiv gegenüber kürzeren Weiterbildungen. Praxen, die Weiterbildungsermächtigungen haben und junge Assistenzärzte ausbilden, sichern sich damit potenzielle zukünftige Partner oder Nachfolger.
Für MFA gilt der bundesweite Tarifvertrag, der seit 2023 erheblich gestiegen ist. In der Ophthalmologie müssen MFA oft Spezialkenntnisse in der Geräte- und Laserbetreuung mitbringen, was die Einarbeitung zeitaufwendig macht. Viele Praxen bieten daher Schulungen am Gerät und Fortbildungskostenübernahmen an.
Teleophthalmologische Projekte, bei denen Augenärzte Befundungen digital übertragen erhalten und extern befunden, können die Effizienz in unterversorgten Regionen steigern. Entsprechende Kollaborationsmodelle gewinnen an Bedeutung.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Augenärzte als Praxisinhaber sollten Mitarbeiter auch versicherungstechnisch absichern: Betriebliche Altersvorsorge und Unfallversicherung für Praxismitarbeiter sind wichtige Bindungsinstrumente. Ärzteversichert berät Arztpraxen zu Gruppenverträgen für Mitarbeiter-bAV und betrieblicher Krankenversicherung.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Ärztestatistik
- KBV – Vertragsärzte in Deutschland
- BMAS – Fachkräftestrategie
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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