Die Fachkräftesituation in der Kardiologie ist trotz wachsender Nachfrage durch alternde Bevölkerung und steigende Herzerkrankungsraten angespannt. Besonders in ländlichen Regionen und in der interventionellen Kardiologie besteht erheblicher Bedarf, während an Universitätskliniken oft ein Überangebot an Bewerbern besteht.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Deutschland hat etwa 6.500 niedergelassene Kardiologen, Tendenz leicht steigend, aber nicht ausreichend für den Bedarf
  • Besonders in ländlichen Regionen und in der nichtinvasiven Kardiologie fehlen Fachärzte
  • Die Vergütung hat sich durch GOÄ-Reformen und Tarifabschlüsse verbessert, was die Attraktivität der Fachrichtung steigert

Ausführliche Antwort

Die Kardiologie gehört zu den gefragtesten Fachrichtungen in Deutschland: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache, und durch die alternde Bevölkerung steigt die Inzidenz von Herzinsuffizienz, koronarer Herzerkrankung und Vorhofflimmern kontinuierlich. Die KBV registriert deutschlandweit rund 6.500 zugelassene Kardiologen in Einzelpraxen und Gemeinschaftspraxen. Die Versorgungssituation ist regional sehr unterschiedlich: Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern sind gut versorgt, ländliche Kreise haben häufig lange Wartezeiten.

Im Krankenhausbereich ist die Stellensituation für Kardiologen unterschiedlich: An Universitätskliniken und großen Herzkatheterlabors ist die Konkurrenzsituation hoch, während Kreiskrankenhäuser mit kardiologischer Abteilung Stellen oft langfristig nicht besetzen können. Interventionelle Kardiologen (mit Herzkatheter-Qualifikation nach DGK-Richtlinien) sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt.

Neue Versorgungsformen wie Herzinsuffizienz-Programme, telekardiologische Überwachung und ambulante kardiologische Rehabilitation schaffen zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb des klassischen Kliniksettings.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Kardiologen in leitenden Positionen sollten ihre Altersvorsorge und Absicherung dem wachsenden Einkommensniveau anpassen. Ärzteversichert empfiehlt Kardiologen mit Chefarzt- oder Niederlassungsinteresse, frühzeitig einen umfassenden Versicherungs- und Finanzplan zu erstellen, der alle Karrierephasen abdeckt.

Quellen und weiterführende Informationen

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