Eine Stiftung kann für Ärzte mit hohem Einkommen ein wirksames Instrument zur steuerlichen Optimierung und zur langfristigen Vermögensplanung sein. Die Gründung einer gemeinnützigen oder familiennahen Stiftung ermöglicht Steuerabzüge beim Einbringen von Vermögen und kann langfristig die Erbschaftsteuerbelastung mindern. Die Voraussetzungen sind jedoch komplex und eine steuerliche Beratung ist unerlässlich.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zuwendungen an gemeinnützige Stiftungen können bis zu 1 Million Euro (im Zehnjahreszeitraum) steuerlich abgezogen werden
  • Stiftungen eignen sich für Ärzte mit Vermögen ab etwa 500.000 Euro und langfristigen Vermögensnachfolgezielen
  • Die Stiftungserrichtung ist mit laufenden Kosten (Verwaltung, Steuerberatung) verbunden und rechnet sich erst ab einer bestimmten Vermögensgröße

Ausführliche Antwort

Bei der Errichtung einer gemeinnützigen Stiftung können Ärzte Vermögenszuwendungen nach § 10b Einkommensteuergesetz als Sonderausgaben abziehen. Bis zu 1 Million Euro können über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren steuermindernd geltend gemacht werden. In einem Jahr mit besonders hohem Einkommen (z. B. Praxisverkauf) kann dieser Abzug erhebliche Steuerersparnis bedeuten.

Die sogenannte Bürgerstiftung oder eine eigene Familienstiftung kann darüber hinaus zur Erbschaftsteueroptimierung eingesetzt werden. Vermögen, das in eine Stiftung übertragen wird, verlässt das steuerpflichtige Privatvermögen. Allerdings verliert der Stifter dauerhaft die Verfügungshoheit über das Stiftungsvermögen, weshalb das Konzept sorgfältig auf die persönliche Lebenssituation abgestimmt sein muss.

Für Ärzte mit Kindern, die die Praxis nicht übernehmen möchten, kann eine Stiftung als Teil der Nachfolgeplanung dienen. Das Stiftungskapital generiert Erträge, aus denen Förderzwecke finanziert werden. Laufende Stiftungskosten betragen typischerweise 2.000 bis 5.000 Euro jährlich für Verwaltung und Steuerberatung.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzteversichert empfiehlt Ärzten, das Stiftungsmodell nur im Zusammenspiel mit einem auf Stiftungsrecht spezialisierten Steuerberater und Juristen zu prüfen. Falsch konzipierte Stiftungen können steuerliche Nachteile bringen statt Vorteile. Als unabhängige Versicherungsberater verweisen wir auf die Wichtigkeit einer umfassenden Finanz- und Nachlassplanung.

Quellen und weiterführende Informationen

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