Als Medizinstudent eine eigene Immobilie zu kaufen ist selten sinnvoll, da Studienorte häufig wechseln (Vorklinik, Klinik, PJ) und das Einkommen im Studium sehr gering ist. Eine Ausnahme bilden Studenten mit Eigenkapital oder elterlicher Unterstützung, die längerfristig am gleichen Ort studieren. Die Kosten einer Studentenwohnung variieren je nach Stadt erheblich.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Immobilienkauf im Studium lohnt sich nur mit ausreichend Eigenkapital (mind. 20 Prozent) und langem Zeithorizont
- Kaufpreise für Studentenwohnungen: 100.000 bis 400.000 Euro je nach Universitätsstadt
- Mieteinnahmen nach dem Studium können Finanzierungskosten teilweise decken
Ausführliche Antwort
Eine Immobilie für Medizinstudenten ist vor allem in zwei Szenarien interessant: Erstens als Eigennutzung in der Heimatstadt während des Studiums, wobei die Wohnung nach dem Studium vermietet werden könnte. Zweitens als von den Eltern finanziertes Vermögensanlage-Objekt in einer Universitätsstadt mit konstantem Nachfragepotenzial.
Die Kaufpreise für 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen in Universitätsstädten schwanken stark: In München, Frankfurt oder Hamburg liegen sie bei 300.000 bis 500.000 Euro für gute Lagen, in Städten wie Marburg, Greifswald oder Homburg deutlich darunter, teilweise unter 100.000 Euro. Nebenkosten (Grunderwerbsteuer 3,5 bis 6,5 Prozent, Notar, Makler) betragen zusätzlich 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises.
Für den Kauf einer Immobilie im Medizinstudium ist in der Regel ein Bankkredit notwendig, der ein Einkommen und Eigenkapital voraussetzt. Da Medizinstudenten kein regelmäßiges Einkommen haben, muss in der Regel ein Elternteil oder Bürge einspringen. Alternativ bietet ein Elterndarlehen an das Kind mehr Flexibilität und ist steuerlich interessant (Schenkung unter Freibetrag).
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Wer als Medizinstudent oder im Namen seiner Kinder in Immobilien investiert, sollte die Finanzierung konservativ anlegen. Ärzteversichert empfiehlt, eine Risikolebensversicherung für den Kreditnehmer abzuschließen und die Immobilie durch eine Wohngebäudeversicherung vollständig abzusichern.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesfinanzministerium – Grunderwerbsteuer
- GDV – Wohngebäudeversicherung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →