Die Krankenversicherungskosten für Assistenzärzte hängen davon ab, ob sie gesetzlich oder privat versichert sind, und liegen monatlich zwischen etwa 350 und 900 Euro. Da Assistenzärzte erstmals ein reguläres Einkommen erzielen, stellt sich die Versicherungsfrage unmittelbar nach Approbation neu. Eine frühzeitige Entscheidung lohnt sich, weil Einstiegskonditionen in der PKV stark vom Eintrittsalter abhängen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- GKV-Beitrag für Assistenzärzte: ca. 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag (circa 1,7 Prozent) vom Bruttolohn, maximal 1.131 Euro monatlich (Stand 2026)
- PKV-Einstieg möglich, sobald das Jahresbruttoeinkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 69.300 Euro liegt
- PKV-Beiträge für 30-jährige Ärzte starten typischerweise bei 350 bis 600 Euro monatlich für Vollschutz
Ausführliche Antwort
Assistenzärzte verdienen im ersten Berufsjahr nach TV-Ärzte Entgeltgruppe I je nach Bundesland und Träger zwischen 5.200 und 6.200 Euro brutto monatlich. In der GKV berechnet sich der Beitrag aus Bruttolohn multipliziert mit dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent zuzüglich kassenindividueller Zusatzbeitrag. Bei einem Bruttolohn von 5.500 Euro ergibt das rund 895 Euro monatlich, wovon die Hälfte der Arbeitgeber trägt, sodass der eigene Anteil bei etwa 448 Euro liegt.
Für die PKV müssen Assistenzärzte die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) überschreiten, die 2026 bei 69.300 Euro Jahresbrutto liegt. Dies ist für die meisten Assistenzärzte ab dem ersten vollen Beschäftigungsjahr der Fall. PKV-Tarife mit Chefarztbehandlung, Einbettzimmer und Sehhilfen kosten für einen gesunden 28-Jährigen rund 350 bis 500 Euro monatlich. Hinzu kommt für selbst gewählte Absicherung ein Krankentagegeldtarif ab ca. 30 Euro, falls das Gehalt im Krankheitsfall nach sechs Wochen Lohnfortzahlung wegfällt.
Der entscheidende Langzeitfaktor: PKV-Beiträge steigen mit dem Alter und dem Gesundheitszustand, GKV-Beiträge mit dem Einkommen. Wer in jungen Jahren bei guter Gesundheit in die PKV wechselt, spart in der Aufbauphase erheblich, muss aber Altersrückstellungen mitfinanzieren.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Assistenzärzte sollten die Entscheidung für GKV oder PKV nicht überstürzen und alle Szenarien wie Familienplanung, Elternzeit oder mögliche Teilzeit in die Kalkulation einbeziehen. Ärzteversichert bietet einen unabhängigen Tarifvergleich und zeigt, welche PKV-Option auf Basis individueller Lebensplanung die beste Gesamtbilanz ergibt. Besonders wichtig ist dabei der Vergleich der Altersrückstellungen verschiedener Anbieter.
Quellen und weiterführende Informationen
- GKV-Spitzenverband – Beitragssätze
- PKV-Verband – Tarifübersicht
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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