Oberärzte stehen in einer starken Verhandlungsposition, weil qualifizierte Fachkräfte auf dem Markt rar sind. Mit der richtigen Vorbereitung und klaren Argumenten lässt sich das Grundgehalt erheblich verbessern. Besonders wichtig ist es, neben dem Grundgehalt auch Liquidationsrecht, Dienststruktur und betriebliche Altersvorsorge zu verhandeln.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Oberarztgehälter nach TV-Ärzte liegen 2026 je nach Erfahrungsstufe bei 8.500 bis 12.000 Euro brutto monatlich
- Bei außertariflichen Verträgen (AT) ist eine Verhandlung auf 10.000 bis 14.000 Euro möglich
- Liquidationsrecht, Rufbereitschaftsvergütung und Bonusregelungen sollten immer mit verhandelt werden
Ausführliche Antwort
Die meisten Oberärzte an Universitätskliniken und kommunalen Krankenhäusern werden nach dem Tarifvertrag TV-Ärzte (Marburger Bund) vergütet. Die Entgeltgruppen II und III für Oberärzte sehen je nach Erfahrungsstufe 1 bis 6 Grundgehälter zwischen 8.500 und 12.000 Euro brutto monatlich vor. Private Träger wie Helios, Rhön oder Asklepios bieten häufig außertarifliche Verträge an, bei denen die Verhandlungsmasse größer ist.
Für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung sind folgende Argumente besonders wirksam: eigene Weiterbildungsbefugnis (erhöht den Wert für die Klinik), nachgewiesene Fallzahlen in gefragten Operationsverfahren, Drittmitteleinwerbung in der Forschung, Lehrleistungen und externe Gutachtertätigkeit. Wer ein Konkurrenzangebot einer anderen Klinik vorweisen kann, hat die stärkste Verhandlungsgrundlage.
Neben dem Grundgehalt sollten Oberärzte folgende Punkte explizit ansprechen: Liquidationsrecht für Privatpatienten (kann je nach Klinik 2.000 bis 10.000 Euro monatlich zusätzlich bedeuten), Beteiligung an Pooleinnahmen, Dienststruktur und Dienstfrequenz sowie Unterstützung bei Fortbildungen und Kongressteilnahmen. Eine professionelle Verhandlungsvorbereitung mit einem auf Arztrecht spezialisierten Berater erhöht den Erfolg deutlich.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Oberärzte, die erfolgreich verhandeln, sollten parallel ihre Versicherungen an das neue Einkommensniveau anpassen. Ärzteversichert empfiehlt, die BU-Rente, das Krankentagegeld und die Risikolebensversicherung bei einer Gehaltserhöhung unverzüglich zu überprüfen, damit der erzielte Lebensstandard bei Einkommensausfall gesichert bleibt.
Quellen und weiterführende Informationen
- Marburger Bund – Tarifvertrag TV-Ärzte
- Gesetze im Internet – TV-Ärzte
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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