Die Wahl der Rechtsform für eine kardiologische Praxis beeinflusst Haftung, Steuerlast und Organisationsmöglichkeiten erheblich. Einzelpraxis, Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) und medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) haben jeweils Vor- und Nachteile.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einzelpraxis: maximale Entscheidungsfreiheit, volle persönliche Haftung
  • BAG: Kostenteilung und gegenseitige Vertretung, aber gemeinsame Haftung für Praxisschulden
  • MVZ als GmbH: beschränkte Haftung, aber komplexe Gründung und Buchhaltung

Ausführliche Antwort

Kardiologen, die sich niederlassen, haben mehrere Rechtsformoptionen. Die Einzelpraxis ist die einfachste Lösung: Der Arzt ist allein verantwortlich, trägt alle Risiken und genießt alle Einnahmen. Steuerlich ist die Einzelpraxis als freiberufliche Tätigkeit günstig, da keine Körperschaftsteuer anfällt und Gewerbesteuer in der Regel nicht entsteht.

Die Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) ermöglicht zwei oder mehr Kardiologen, gemeinsam zu arbeiten und Kosten zu teilen. Die BAG ist keine eigene Rechtspersönlichkeit, die Ärzte haften persönlich. Wichtig ist eine sorgfältig gestaltete Gesellschaftervereinbarung, die Ausstiegszenarien, Gewinnverteilung und Nachfolge regelt. Für größere kardiologische Praxen oder den Aufbau eines Herzzentrums kann ein MVZ in der Rechtsform einer GmbH attraktiv sein: Die GmbH haftet mit ihrem Vermögen, die Gesellschafter nur mit ihrer Einlage. Das schützt bei wirtschaftlichem Scheitern.

Für Kardiologen, die neben der Niederlassung auch am Krankenhaus tätig sind (Belegarzttätigkeit), entstehen zusätzliche Haftungsrisiken, die in allen Rechtsformvarianten separat versicherungstechnisch abgedeckt sein müssen.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Die Rechtsform beeinflusst auch die notwendige Versicherungsgestaltung. Bei einer BAG oder GmbH sind die Haftpflichtversicherungen anders zu strukturieren als bei der Einzelpraxis. Ärzteversichert berät Kardiologen bei der rechtsformgerechten Versicherungsgestaltung und stellt sicher, dass keine Deckungslücken entstehen.

Quellen und weiterführende Informationen

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