Fachärzte sind auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt und haben bei einem Arbeitgeberwechsel eine gute Verhandlungsposition. Dennoch birgt ein schlecht geplanter Wechsel finanzielle und rechtliche Risiken: Verfallklauseln in der betrieblichen Altersvorsorge, Rückzahlungsverpflichtungen für Weiterbildungskosten und Lücken im Versicherungsschutz können teuer werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Kündigungsfrist bei Fachärzten beträgt typischerweise 3 bis 6 Monate zum Quartalsende
  • Betriebliche Altersvorsorge-Ansprüche verfallen bei Wechsel vor Ablauf der Unverfallbarkeitsfrist (3 Jahre)
  • Berufshaftpflichtschutz endet mit dem alten Arbeitsvertrag und muss beim neuen Arbeitgeber nahtlos fortgeführt werden

Ausführliche Antwort

Fachärzte im Krankenhaus sind in der Regel nach TV-Ärzte oder TV-Ärzte/VKA beschäftigt. Die Kündigungsfrist beträgt nach mindestens fünfjähriger Betriebszugehörigkeit sechs Monate zum Quartalsende, in den ersten fünf Jahren drei Monate. Ein Wechsel sollte so geplant werden, dass keine erzwungene Überlappungszeit zwischen altem und neuem Beschäftigungsverhältnis entsteht.

Wichtig ist der Blick auf die betriebliche Altersvorsorge (bAV): Arbeitgeberfinanzierte Versorgungsansprüche werden nach dem Betriebsrentengesetz erst nach dreijähriger Betriebszugehörigkeit und mit dem vollendeten 21. Lebensjahr unverfallbar. Wer früher wechselt, verliert diese Ansprüche. Bei Wechsel in eine andere Einrichtung desselben Tarifbereichs (z.B. von einem kommunalen Krankenhaus zu einem anderen) können Versorgungspunkte bei der Zusatzversorgungskasse (ZVK) in der Regel mitgenommen werden.

Rückzahlungsverpflichtungen für arbeitgeberfinanzierte Weiterbildungen sollten vor der Kündigung genau geprüft werden. Oft sind Bindungsfristen von einem bis drei Jahren vereinbart. Viele Kliniken übernehmen beim Recruiting attraktiver Kandidaten diese Rückzahlungsverpflichtungen, was verhandelt werden kann.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Fachärzte sollten beim Arbeitgeberwechsel systematisch alle laufenden Versicherungsverträge und Altersvorsorgebeiträge prüfen. Ärzteversichert unterstützt Fachärzte dabei, die Versicherungs- und Vorsorgekontinuität beim Wechsel sicherzustellen und potenzielle Lücken zu identifizieren, bevor sie entstehen.

Quellen und weiterführende Informationen

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