Die GOÄ-Reform bringt für Urologen erhebliche Änderungen, da viele urologische Leistungen in der alten GOÄ von 1996 stark unterbewertert waren und durch die Reform deutlich aufgewertet werden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Urologische Eingriffe wie Ureterenoskopien und Blasenspiegelungen sollen in der neuen GOÄ um 25 bis 40 Prozent höher bewertet werden
- Die Einführung neuer Ziffern für minimal-invasive urologische Techniken und robotergestützte Chirurgie schafft zusätzliche Liquidationsmöglichkeiten
- Niedergelassene Urologen mit hohem Privatpatientenanteil werden von der Reform stärker profitieren als Kliniken mit überwiegend Kassenpatienten
Ausführliche Antwort
Die neue Gebührenordnung für Ärzte, die ab 2026 in Kraft tritt, überarbeitet den gesamten Leistungskatalog. Für Urologen sind besonders die Neubewertungen im Bereich der endoskopischen Eingriffe und der ambulanten Operationen relevant. Eine Ureterenoskopie mit Steinzertrümmerung konnte nach alter GOÄ für etwa 200 bis 300 Euro abgerechnet werden; die neue GOÄ sieht hier deutlich höhere Werte vor.
Für urologische Praxen mit einem Privatpatientenanteil von 30 bis 40 Prozent kann die Reform eine Umsatzsteigerung von 15 bis 25 Prozent bedeuten. Gleichzeitig erfordert die neue GOÄ angepasste Dokumentationsstandards und eine Aktualisierung der Abrechnungssoftware, was Übergangskosten verursacht.
Worauf Urologen bei der GOÄ-Umstellung besonders achten sollten
Die Umstellungsphase birgt Fehlerrisiken: Wer versehentlich alte und neue Ziffern mischt oder falsch dokumentiert, riskiert Abrechnungsstreitigkeiten. Ärzteversichert empfiehlt, für die Übergangszeit eine Rechtsschutzversicherung mit Deckung für Abrechnungsstreitigkeiten zu prüfen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – GOÄ-Reform und neue Ziffern
- KBV – Privatärztliche Abrechnung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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