Die Niederlassung als Onkologe ist wirtschaftlich anspruchsvoll, da ambulante Chemotherapien hohe Vorfinanzierungskosten für Arzneimittel verursachen. Gleichzeitig bietet die Onkologie als wachsendes Fachgebiet attraktive Einkommensperspektiven.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Onkologische Praxen verzeichnen hohe Umsätze, jedoch auch hohe variable Kosten für Chemotherapeutika
  • Die Vorauszahlung für onkologische Arzneimittel kann Liquiditätsengpässe erzeugen
  • Förderprogramme für onkologische Schwerpunktpraxen können die Wirtschaftlichkeit verbessern

Ausführliche Antwort

Niedergelassene Onkologen arbeiten häufig in onkologischen Schwerpunktpraxen oder Gemeinschaftspraxen mit mehreren Fachärzten. Der Jahresumsatz einer Onkologie-Praxis liegt durch die teuren Arzneimittel oft bei mehreren Millionen Euro, jedoch fließt der Großteil der Einnahmen als Arzneimittelkosten ab. Der Gewinnanteil, den der Arzt tatsächlich entnimmt, liegt typischerweise bei 200.000 bis 350.000 Euro jährlich.

Die größte wirtschaftliche Herausforderung in der Onkologie ist die Vorfinanzierung von Arzneimitteln: Teure Biologika und Immuntherapeutika müssen von der Praxis vorab beschafft und erst nachgelagert von den Krankenkassen erstattet werden. Dies erfordert erhebliche Kreditlinien oder Betriebsmittelkredite. Banken verlangen für diese spezifischen Praxiskredite oft detaillierte Liquiditätspläne.

Wirtschaftlich stabilisierend wirken Selektivverträge mit Krankenkassen, die onkologischen Schwerpunktpraxen zusätzliche Vergütungen für strukturierte Versorgung gewähren. Ärzte sollten die Möglichkeit prüfen, einem Selektivvertrag-Netzwerk beizutreten.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Onkologen in der Niederlassungsplanung sollten frühzeitig einen auf Heilberufe spezialisierten Wirtschaftsprüfer hinzuziehen und eine ausreichende Betriebsmittelreserve einplanen. Ärzteversichert empfiehlt parallel eine Betriebsunterbrechungsversicherung, die auch Arzneimittel-Lieferausfälle abdeckt.

Quellen und weiterführende Informationen

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