Die Niederlassung als Urologe ist wirtschaftlich attraktiv: Urologen gehören zu den besser verdienenden Facharztgruppen im niedergelassenen Bereich, weil sie ein breites Leistungsspektrum aus Kassenmit Privatleistungen kombinieren können. Das Nettoeinkommen liegt nach Abzug aller Kosten typischerweise zwischen 8.000 und 14.000 Euro monatlich.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Urologische Praxen erzielen Jahresumsätze von 400.000 bis 800.000 Euro je nach Standort und Privatpatientenanteil
- Laufende Kosten (Personal, Miete, Geräte) machen 40 bis 55 % des Umsatzes aus
- Ästhetische und funktionale Urologie eröffnen attraktive Zusatzeinnahmen außerhalb des GKV-Systems
Ausführliche Antwort
Die wirtschaftliche Basis einer urologischen Praxis bildet die EBM-Abrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Urologen können eine Vielzahl von Leistungen im Bereich Diagnostik (Ultraschall, Urodynamik, PSA-Screening), konservative Therapie (Inkontinenzbehandlung, Steinlithotripsie) und ambulante Operationen (Zystoskopie, Biopsien) abrechnen. Praxen mit eigenem OP-Saal für ambulante Eingriffe erzielen deutlich höhere Umsätze als reine Beratungspraxen.
Privatpatienten und individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) spielen in der Urologie eine bedeutende Rolle. PSA-Screening, erektile Dysfunktion, Potenzberatung und Präventionsuntersuchungen können als Selbstzahlerleistungen angeboten werden und erhöhen den Privatumsatz. In städtischen Praxen liegt der Privatpatienten- und IGeL-Anteil häufig bei 20 bis 35 % des Gesamtumsatzes.
Die Investitionskosten für eine urologische Praxisgründung sind erheblich: Ein Ultraschallgerät kostet 15.000 bis 40.000 Euro, ein Zystoskop 10.000 bis 25.000 Euro. Eine vollständige Praxisausstattung kommt auf 150.000 bis 300.000 Euro. Über 5 bis 8 Jahre amortisieren sich diese Investitionen bei einer gut laufenden Praxis vollständig.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Ärzteversichert empfiehlt urologischen Praxisgründern, neben der Geräteabsicherung (Elektronikversicherung, Sachversicherung) auch eine solide Betriebsunterbrechungsversicherung abzuschließen. Ein Geräteausfall oder ein Wasserschaden kann den Praxisbetrieb für Wochen lahmlegen, ohne dass laufende Kosten sinken.
Quellen und weiterführende Informationen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – Wirtschaftlichkeit
- Bundesärztekammer – Niederlassung
- Bundesgesundheitsministerium – Ambulante Versorgung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →