Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Patienten, an denen Vertragsärzte teilnehmen können und dafür zusätzliche Vergütungen erhalten. Ärzte, die an DMP-Programmen wie DMP Diabetes mellitus Typ 2, DMP KHK oder DMP COPD teilnehmen, müssen strenge Dokumentations- und Qualitätsvorgaben erfüllen. Nachlässigkeiten bei der Dokumentation können zu Rückforderungen der Vergütung führen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • DMP bieten Ärzte Zusatzvergütungen, verlangen aber vollständige Dokumentation und Einhaltung der Behandlungsalgorithmen
  • Fehlende oder fehlerhafte Dokumentation kann zur Rückforderung von DMP-Vergütungen führen
  • Regelmäßige Schulungen zu den aktuellen DMP-Richtlinien sind Pflicht für teilnehmende Ärzte

Ausführliche Antwort

Disease-Management-Programme werden von den Krankenkassen finanziert und sind an definierte Behandlungspfade und Dokumentationspflichten geknüpft. Für jeden eingeschriebenen Patienten muss der Arzt regelmäßig Verlaufsparameter, Medikation, Überweisungen und Schulungsteilnahmen in der Patientenakte dokumentieren und an die DMP-Datenstelle übermitteln. Unvollständige Datensätze führen zu Rückforderungen.

Die Zusatzvergütungen je DMP-Patient variieren je nach Programm und Region zwischen 40 und 120 Euro pro Quartal. Bei einer Praxis mit 100 DMP-Patienten summiert sich das auf 4.000 bis 12.000 Euro zusätzliche Vergütung pro Quartal, was die Bedeutung korrekter Dokumentation unterstreicht. Gleichzeitig müssen die Behandlungspfade, z. B. die leitliniengerechte Medikation bei Diabetes oder die Spirometrie bei COPD, eingehalten werden.

Ärzte sollten die DMP-Einschreibung und Dokumentation in ihrer Praxisverwaltungssoftware automatisieren, um den Verwaltungsaufwand zu minimieren. Regelmäßige Plausibilitätsprüfungen der eingereichten Datensätze durch die KV können zu Rückfragen oder Korrekturforderungen führen.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzteversichert weist darauf hin, dass DMP-Vergütungen zwar attraktiv sind, aber der administrative Aufwand realistisch kalkuliert werden muss. Praxen mit hohem DMP-Anteil sollten ausreichend MFA-Kapazitäten für die Dokumentation einplanen und regelmäßig an DMP-Schulungsangeboten der KV teilnehmen. Fehlerhafte Datensätze summieren sich über mehrere Quartale und können größere Rückforderungsbeträge ergeben.

Quellen und weiterführende Informationen

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