Die Facharztprüfung ist der formale Abschluss einer mehrjährigen Weiterbildung und erfordert neben medizinischem Wissen auch eine sorgfältige logistische Vorbereitung. Wer die prüfungsrelevanten Inhalte und formalen Anforderungen früh kennt, erhöht seine Erfolgschancen erheblich. Durchfallquoten variieren je nach Fachrichtung, liegen in schwierigen Bereichen wie Innerer Medizin oder Radiologie aber bei bis zu 15 Prozent.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Zulassungsvoraussetzungen: vollständige Weiterbildungszeit, Logbucheintragungen und Fallzahlen gemäß Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer
- Mündliche Prüfung vor einer Prüfungskommission; schriftliche Vortestierungen sind fachrichtungsabhängig
- Vorbereitung empfiehlt sich mindestens sechs Monate vor dem angestrebten Prüfungstermin zu beginnen
Ausführliche Antwort
Jede Landesärztekammer regelt die Facharztprüfung eigenständig auf Grundlage der (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer. Der Antrag auf Zulassung zur Prüfung muss rechtzeitig gestellt werden, da die Prüfungskommissionen die Unterlagen prüfen und ggf. Rückfragen zu Logbuchlücken stellen. Typische Ablehnungsgründe sind fehlende Pflichtrotationen, nicht vollständig dokumentierte Fallzahlen oder nicht nachgewiesene Weiterbildungsabschnitte.
Die eigentliche Prüfung findet meistens als strukturiertes mündliches Kolloquium statt und dauert 30 bis 90 Minuten. Geprüft werden medizinisches Fachwissen, klinisches Urteilsvermögen und Kenntnisse relevanter Leitlinien. In vielen Fachrichtungen wird empfohlen, die aktuellen S3-Leitlinien der jeweiligen Fachgesellschaft und die EbM-Grundlagen zu wiederholen. Fallbasiertes Lernen in Vorbereitungskursen wie den Refresherkursen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin hat sich bewährt.
Organisatorisch sollte die Prüfung spätestens drei Monate vor dem geplanten Termin beim Logbuchverantwortlichen der Weiterbildungsstätte abgestimmt werden. Viele Weiterbildungsassistenten unterschätzen den zeitlichen Aufwand für das Zusammenstellen vollständiger Unterlagen. Wer seinen Weiterbildungsvertrag bereits vor der Prüfung beendet, muss ggf. eine Überbrückungszeit überbrücken, was Konsequenzen für Krankenversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung haben kann.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Assistenzärzte kurz vor der Facharztprüfung sollten frühzeitig prüfen, ob ihre Berufsunfähigkeitsversicherung eine Nachversicherungsgarantie für die bevorstehende Statusänderung enthält. Ärzteversichert unterstützt dabei, den Versicherungsschutz rechtzeitig an die neue Karrierestufe anzupassen, sodass nach der Prüfung kein Schutzlücke entsteht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Weiterbildungsordnung
- Gesetze im Internet – Heilberufsgesetze der Länder
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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