Der Ärztemangel in Deutschland verschärft sich: Laut Bundesärztekammer fehlen in strukturschwachen Regionen bereits heute Tausende von Hausärzten, und bis 2030 könnten durch Verrentung der Baby-Boomer-Ärzte landesweit bis zu 50.000 Stellen unbesetzt bleiben. Ärzte sollten die Chancen und Risiken dieser Situation verstehen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ärzte in gefragten Fachrichtungen (Allgemeinmedizin, Psychiatrie, Pädiatrie) haben stark verbesserte Verhandlungspositionen bei Gehalt und Arbeitsbedingungen
  • Praxisinhaber, die Nachfolger suchen, haben es zunehmend schwer und sollten die Nachfolgeplanung früh beginnen
  • Landarztquoten und Förderprogramme der Bundesländer machen eine Niederlassung in unterversorgten Regionen finanziell attraktiv

Ausführliche Antwort

Für angestellte Ärzte bietet der Fachkräftemangel eine einmalige Verhandlungsoption: Gehaltssteigerungen von 10 bis 20 Prozent, mehr Freizeit und flexible Arbeitszeitmodelle sind in vielen Krankenhäusern und MVZ heute durchsetzbar, weil Alternativen fehlen. Besonders in psychiatrischen und allgemeinmedizinischen Fachrichtungen ist die Nachfrage nach Ärzten weit höher als das Angebot.

Für Praxisinhaber mit Blick auf die Nachfolge ist frühzeitige Planung entscheidend. Ärztebörsen der Kassenärztlichen Vereinigungen, Mediationsangebote der Ärztekammern und spezialisierte Beratungsunternehmen unterstützen bei der Praxisübergabe. Die Bewertung der Praxis sollte rechtzeitig durch ein anerkanntes Verfahren (z. B. modifiziertes Ertragswertverfahren) erfolgen.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ein Praxisinhaber, der die Nachfolge nicht rechtzeitig regelt, riskiert den Verlust des Praxiswerts. Ärzteversichert empfiehlt in diesem Zusammenhang auch die Überprüfung der Praxisausfallversicherung, die bei Übergangsvakanzen greift.

Quellen und weiterführende Informationen

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