Ein Family Office bündelt Vermögensverwaltung, Steuerplanung, Nachlassgestaltung und Versicherungsbetreuung unter einem Dach. Für Ärzte mit einem verwaltungswürdigen Vermögen ab etwa einer Million Euro kann ein Multi-Family-Office eine sinnvolle Alternative zur klassischen Bankberatung sein. Entscheidend ist dabei, auf die Unabhängigkeit des Anbieters und die Transparenz der Gebührenstruktur zu achten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Multi-Family-Offices verwalten das Vermögen mehrerer Familien und sind ab ca. 500.000 Euro investierbarem Kapital sinnvoll
  • Single-Family-Offices lohnen sich erst ab einem Gesamtvermögen von 20 bis 50 Millionen Euro
  • Provisionsbasierte Anbieter sind interessenkonfliktsanfälliger als rein honorarbasierte Family Offices

Ausführliche Antwort

Family Offices bieten Ärzten eine ganzheitliche Vermögensstrategie, die neben der Kapitalanlage auch steuerliche Optimierung, Nachlassplanung und Versicherungsmanagement umfasst. Für niedergelassene Ärzte mit Praxisimmobilien, Beteiligungen und privaten Kapitalanlagen kann die Koordination dieser Bereiche schnell komplex werden. Ein etabliertes Multi-Family-Office koordiniert diese Bereiche zentral und berücksichtigt dabei auch die berufsspezifischen Risiken.

Kritisch zu prüfen ist die Gebührenstruktur: Honorarbasierte Anbieter rechnen üblicherweise 0,3 bis 1,0 Prozent des verwalteten Vermögens pro Jahr ab, während provisionsbasierte Modelle auf den ersten Blick günstiger wirken, aber durch Produktempfehlungen mit höheren Margen zu Interessenkonflikten führen können. Ärzte sollten außerdem die BaFin-Zulassung des Anbieters prüfen, da Vermögensverwaltung ab einer bestimmten Größe eine Erlaubnis nach KWG oder WpIG erfordert.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Vor der Beauftragung eines Family Office sollten Ärzte eine unabhängige Zweitmeinung einholen. Ärzteversichert koordiniert auf Wunsch die Überprüfung bestehender Vermögensverwaltungsmandate und hilft dabei, Versicherungslücken zu schließen, die von generalistischen Vermögensverwaltern häufig übersehen werden.

Quellen und weiterführende Informationen

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