Eine Holding-Struktur kann für Ärzte mit mehreren Einkommensquellen oder hohem Vermögen erhebliche steuerliche Vorteile bieten. Gleichzeitig ist die Einrichtung und Pflege einer Holding aufwändig und mit laufenden Kosten verbunden. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt vom Einzelfall ab.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Arzt-Holding besteht typischerweise aus einer GmbH (Holdinggesellschaft) und ein oder mehreren operativen Tochtergesellschaften
  • Gewinne zwischen Tochter- und Muttergesellschaft sind zu 95 Prozent steuerfrei (§ 8b KStG)
  • Ärztliche Heilkunde darf in Deutschland grundsätzlich nicht in einer GmbH ausgeübt werden, wohl aber verwaltende und investierende Tätigkeiten

Ausführliche Antwort

Das Grundprinzip einer Holding-Struktur für Ärzte ist es, Gewinne aus der Praxistätigkeit oder der Privatliquidation zunächst in eine operative GmbH fließen zu lassen (soweit rechtlich erlaubt), und diese Gewinne dann steuerbegünstigt in die Holding weiterzuleiten. Die Holding kann das Kapital dann in Immobilien, ETFs oder andere Anlagen investieren, ohne dass die 42 bis 45 Prozent Einkommensteuer auf Ausschüttungen an den privaten Arzt anfallen.

Der Nachteil: Ärztliche Heilkundetätigkeit ist freiberuflich und muss persönlich erbracht werden. Die Betriebsstättenregelung und das Heilberufsrecht begrenzen die Möglichkeiten zur GmbH-Einbringung erheblich. Erlaubt ist hingegen, dass die Holding Praxisimmobilien besitzt und an die Praxis vermietet, Verwaltungsdienstleistungen erbringt oder Beteiligungen an MVZ hält. Die Einrichtung einer Holding kostet einmalig 3.000 bis 8.000 Euro (Notar, Gründungskosten) zuzüglich laufender Steuerberatungskosten.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Eine Holding-Struktur lohnt sich in der Regel erst ab einem zu versteuernden Einkommensüberschuss von etwa 150.000 Euro jährlich. Ärzteversichert empfiehlt, parallel zur steuerlichen Beratung auch die Versicherungsstruktur anzupassen, da Holding-Gesellschaften eigene Deckungsbedarfe haben (D&O, Vermögensschadenhaftpflicht).

Quellen und weiterführende Informationen

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