Eine Immobilie als Altersvorsorge ist für Ärzte eine attraktive Option, birgt aber spezifische Risiken. Neben dem klassischen Eigenheim sind vermietete Immobilien, Gewerbeimmobilien und Immobilienfonds mögliche Investitionswege, die unterschiedliche Rendite-Risiko-Profile aufweisen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vermietete Immobilien bieten Mieteinnahmen und Wertsteigerungspotenzial, erfordern aber aktives Management und tragen Klumpenrisiko
  • Die steuerliche Absetzbarkeit von Finanzierungszinsen und Abschreibungen (AfA) macht Immobilien für gut verdienende Ärzte steuerlich attraktiv
  • Immobilien sind illiquide, was bei unvorhergesehenem Kapitalbedarf ein Nachteil ist

Ausführliche Antwort

Für Ärzte mit hohem Einkommen ist die Immobilie als Altersvorsorge steuerlich attraktiv: Zinsen für Finanzierungsdarlehen bei vermieteten Immobilien sind vollständig als Werbungskosten absetzbar, was bei einem Grenzsteuersatz von 42 bis 45 Prozent erhebliche Steuerersparnisse ergibt. Die Abschreibung (AfA) für Gebäude beträgt bei vermieteten Wohnimmobilien ab 2023 drei Prozent jährlich, was zusätzliche Steuerlast mindert.

Wichtige Risikofaktoren: Leerstandsrisiko (besonders bei Gewerbeimmobilien), Mietausfallrisiko bei schlechten Mietern, Instandhaltungsaufwand und lokale Marktrisiken. Eine zu starke Konzentration des Vermögens in Immobilien (Klumpenrisiko) kann problematisch sein, wenn Liquidität im Alter benötigt wird oder der lokale Immobilienmarkt nachgibt.

Als ergänzende Altersvorsorge eignen sich Wohnungen in Großstädten mit stabiler Bevölkerungsentwicklung am besten. Der Kaufpreis-Miet-Multiplikator (Kaufpreis geteilt durch Jahresmiete) sollte unter 25 liegen, um eine akzeptable Anfangsrendite zu erzielen. Bei einem Multiplikator über 30 (wie in vielen Großstädten) ist die Rendite aus Mieteinnahmen oft niedriger als alternative Anlagen.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzte, die in Immobilien investieren, sollten ihren Versicherungsschutz komplett auf die neue Investition ausrichten. Ärzteversichert empfiehlt, neben der Gebäudeversicherung auch eine Mietausfallversicherung und eine Vermieter-Haftpflicht zu prüfen, damit die Immobilie als Altersvorsorge nicht durch unversicherte Schäden gefährdet wird.

Quellen und weiterführende Informationen

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