Immobilienfonds sind für Ärzte als Beimischung zur Altersvorsorge interessant, da sie regelmäßige Ausschüttungen und einen gewissen Inflationsschutz bieten. Dabei gibt es jedoch erhebliche Unterschiede zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds, die unterschiedliche Risikoprofile, Liquidität und steuerliche Behandlung aufweisen. Ärzte als Gutverdiener sollten besonders die steuerliche Transparenz und die Kostenstruktur beachten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Offene Immobilienfonds unterliegen dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) und bieten deutlich mehr Anlegerschutz als geschlossene Fonds
- Geschlossene Immobilienfonds binden Kapital langfristig (10 bis 20 Jahre) und sind nur eingeschränkt kündbar
- Steuerlich werden Erträge aus Immobilienfonds in der Regel als Kapitalertrag oder gewerbliche Einkünfte behandelt, je nach Fondsstruktur
Ausführliche Antwort
Offene Immobilienfonds werden täglich gehandelt, unterliegen einer 24-monatigen Mindesthaltefrist und einer 12-monatigen Kündigungsfrist (seit 2013). Sie investieren breit gestreut in Gewerbeimmobilien und eignen sich für eine mittelfristige Beimischung im Portfolio. Die jährlichen Renditen lagen historisch zwischen 2 und 4 Prozent, sind jedoch nach oben wie unten offen.
Geschlossene Immobilienfonds investieren in konkrete einzelne Objekte (Wohnkomplexe, Pflegeheime, Logistikzentren) und versprechen oft höhere Renditen. Das Risiko eines Totalverlustes ist jedoch real, wenn das Fondsobjekt nicht wie geplant performt. Die BaFin hat in der Vergangenheit mehrfach vor unseriösen geschlossenen Fonds gewarnt.
Ärzte sollten vor dem Kauf die KIID (Key Investor Information Document), den Verkaufsprospekt und die Kostenquote (TER) prüfen. Fondsgebühren von über 1,5 Prozent pro Jahr reduzieren die Nettorendite erheblich. Eine diversifizierte Aufstellung mit Aktien-ETFs, Anleihen und Immobilienfonds ist einer einseitigen Fondsanlage vorzuziehen.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Ärzte mit hohem Einkommen sollten Immobilienfonds-Investments stets im Kontext ihrer Gesamtportfoliostruktur und Steuerbelastung planen. Ärzteversichert arbeitet mit unabhängigen Finanzberatern zusammen und kann eine neutrale Einschätzung zur Eignung konkreter Fondsprodukte im Rahmen einer ganzheitlichen Vermögensberatung vermitteln.
Quellen und weiterführende Informationen
- BaFin – Offene Immobilienfonds
- Bundesfinanzministerium – Investmentsteuergesetz
- GDV – Kapitalanlage
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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