Die Kündigung einer Lebensversicherung führt fast immer zu einem erheblichen Verlust, da nur der Rückkaufswert ausgezahlt wird, der in den ersten Jahren weit unter den eingezahlten Beiträgen liegt. Ärzte sollten daher Alternativen zur Kündigung prüfen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Rückkaufswert einer Lebensversicherung liegt in den ersten 10 Jahren oft deutlich unter den eingezahlten Beiträgen
  • Alternativen zur Kündigung: Beitragsfreistellung, Policendarlehen oder Verkauf auf dem Zweitmarkt
  • Bei kapitalbildenden Lebensversicherungen mit Abschluss vor 2005 gilt ein steuerfreier Ablauf nach 12 Jahren Laufzeit

Ausführliche Antwort

Wer eine Lebensversicherung kündigt, erhält den Rückkaufswert ausgezahlt. Dieser liegt insbesondere in den ersten 10 bis 15 Jahren unter der Summe aller eingezahlten Beiträge, da Abschlusskosten, Verwaltungsgebühren und Risikokosten zunächst verrechnet werden. Bei einer Kündigung in Jahr 5 kann der Verlust 30 bis 50 % der Einzahlungen betragen.

Als Alternative zur Kündigung eignet sich die Beitragsfreistellung: Die Police läuft ohne weitere Einzahlungen weiter und zahlt am Ende eine reduzierte Summe aus. Das erhält den Versicherungsschutz (bei gemischten Policen) und vermeidet den sofortigen Verlust.

Eine weitere Option ist der Verkauf auf dem Zweitmarkt: Spezialisierte Ankäufer (z. B. Policen Direkt) kaufen Lebensversicherungen zu einem höheren Preis als der Rückkaufswert und können bei größeren Policen 5 bis 15 % mehr bieten.

Für Lebensversicherungen mit Abschluss vor dem 1. Januar 2005 gilt nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG a.F. die Steuerfreiheit der Erträge, wenn die Laufzeit mindestens 12 Jahre beträgt. Eine Kündigung vor Ablauf dieser Frist kostet ggf. die Steuerfreiheit.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzte sollten eine Lebensversicherungskündigung nie überstürzt vornehmen, sondern zunächst den Rückkaufswert, die Steuerfolgen und Alternativen prüfen. Ärzteversichert berät, ob eine Kündigung oder eine der genannten Alternativen im konkreten Fall sinnvoller ist.

Quellen und weiterführende Informationen

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