Ärzte gehen davon aus, dass das Versorgungswerk im Alter ausreichend Rente zahlt. Diese Annahme ist oft zu optimistisch: Die Versorgungswerksrente deckt häufig nur 50 bis 70 % des gewünschten Nettoeinkommens im Ruhestand, sodass eine erhebliche Rentenlücke entsteht.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Versorgungswerksrente bei Standardbeitrag nach 35 Jahren: ca. 3.500 bis 5.500 Euro monatlich brutto
  • Gewünschtes Ruhestandseinkommen von Ärzten: häufig 4.500 bis 7.000 Euro netto monatlich
  • Rentenlücke schließen durch: private Altersvorsorge, Immobilienrenditen, Wertpapiervermögen

Ausführliche Antwort

Das ärztliche Versorgungswerk zahlt eine Altersrente, die auf den geleisteten Beiträgen basiert. Bei einem Beitragsniveau nahe dem Regelpflichtbeitrag (2026: ca. 1.600 Euro monatlich) und 35 Beitragsjahren ergibt sich eine Versorgungswerksrente von ca. 3.500 bis 5.500 Euro brutto monatlich, je nach Bundesland und Anlagepolitik des Werkes. Abzüglich Steuern (ca. 20 bis 25 %) und PKV-Beitrag (ca. 600 bis 900 Euro im Rentenalter) bleibt netto deutlich weniger als erwartet.

Ärzte, die im Berufsleben ein monatliches Netto von 6.000 bis 10.000 Euro gewohnt sind, müssen die Rentenlücke aktiv schließen. Drei bewährte Strategien: Erstens privates Wertpapiervermögen aufbauen (ETF-Depot, Aktien), das im Rentenalter für monatliche Entnahmen genutzt wird. Zweitens Immobilienrenditen aus vermietetem Eigentum, die einen konstanten Cashflow liefern. Drittens ergänzende Rentenversicherungen oder Basisrentenverträge (Rürup-Rente), die steuerlich gefördert sind und den Basisrentenanspruch erhöhen.

Entscheidend ist der Zeitpunkt: Wer mit 35 Jahren beginnt, monatlich 500 Euro in einen ETF-Sparplan zu investieren, hat bei 7 % Rendite mit 65 Jahren ein Depot von ca. 600.000 Euro aufgebaut. Wer erst mit 50 anfängt, kommt nur auf ca. 160.000 Euro.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzteversichert empfiehlt, die persönliche Rentenlücke konkret zu berechnen und einen strukturierten Schließungsplan zu erstellen. Eine spezialisierte Beratung, die Versorgungswerk, Steuer und Investmentstrategie gemeinsam betrachtet, liefert das beste Ergebnis.

Quellen und weiterführende Informationen

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