In den 50ern befindet sich der Vermögensaufbau für Ärzte in der entscheidenden Endphase: Das Einkommen ist in der Regel auf dem Höhepunkt, und der Rentenbeginn rückt näher. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Lücken in der Altersvorsorge zu schließen, Schulden abzubauen und das Anlageportfolio risikoärmer auszurichten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In den 50ern sinkt der empfohlene Aktienanteil im Portfolio graduell, die Faustregel "100 minus Lebensalter" ergibt für einen 55-Jährigen einen Aktienanteil von 45 Prozent
  • Rürup-Renten-Einzahlungen sind in den 50ern steuerlich besonders attraktiv: Der abziehbare Sonderausgabenanteil beträgt 2026 bereits 100 Prozent, der Höchstbetrag liegt bei 29.344 Euro jährlich für Verheiratete
  • Niedergelassene Ärzte sollten in den 50ern prüfen, ob eine Praxisnachfolge geplant ist und den Praxiswert als Teil der Altersvorsorge in die Finanzplanung einbeziehen

Ausführliche Antwort

Ärzte, die in den 50ern noch Immobilienkredite für die Praxis oder das Eigenheim laufen haben, sollten Sondertilgungen prüfen: Schuldenfreiheit zum Rentenbeginn reduziert die monatlich benötigten Einnahmen erheblich. Gleichzeitig sollten keine neuen langfristigen Verbindlichkeiten eingegangen werden, es sei denn, die Kapitalrendite übersteigt den Zinssatz deutlich.

Im Bereich der Geldanlage gilt: Das verbleibende Zeitfenster von 10 bis 15 Jahren ist ausreichend, um in einem gemischten Portfolio aus Anleihen, ETFs und Immobilien noch signifikante Renditen zu erzielen. Einzelaktien und hochspekulative Anlagen sollten jedoch zugunsten von Diversifikation und Risikostreuung zurückgefahren werden.

Steuerlich interessant ist in dieser Phase die Ausschöpfung aller Altersvorsorge-Höchstbeträge: Neben der Rürup-Rente können Direktversicherung (bAV) und freiwillige Zusatzbeiträge ins Versorgungswerk die Steuerlast senken. Für Ärzte mit Kindern, die geerbt haben oder Immobilienvermögen weitergeben wollen, ist zudem eine frühzeitige Schenkungssteuerplanung ratsam.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Versicherungsportfolios müssen in den 50ern auf den nahenden Renteneintritt angepasst werden: Einige Policen laufen aus, andere sollten weitergeführt werden. Ärzteversichert analysiert den gesamten Versicherungsbestand und zeigt auf, welche Verträge bis zum Rentenbeginn optimiert oder beendet werden sollten.

Quellen und weiterführende Informationen

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