Die aktuarielle Berechnung bezeichnet die versicherungsmathematische Methodik, mit der PKV-Versicherer auf Basis von Sterbetafeln, Morbiditätsstatistiken und Kostenprojektionen die notwendigen Prämien und Altersrückstellungen ermitteln, um die langfristige Leistungsfähigkeit des Versicherers sicherzustellen.

Bedeutung für Ärzte

Für PKV-versicherte Ärzte ist die aktuarielle Berechnung die Grundlage für Beitragsanpassungen, die regelmäßig von unabhängigen Treuhändern geprüft werden müssen. Wenn die tatsächlichen Leistungsausgaben die kalkulierten übersteigen, führt dies zwangsläufig zu Beitragserhöhungen. Versicherer mit solider aktuarieller Basis haben langfristig stabilere Beitragsverläufe. Bei Versichererwechsel gehen aufgebaute Altersrückstellungen teilweise verloren, weshalb der Zeitpunkt des Wechsels unter Berücksichtigung der aufgelaufenen Rückstellungen gewählt werden sollte.

Abgrenzung

Aktuarielle Berechnungen unterscheiden sich von einfachen Beitragsprognosen: Sie sind gesetzlich geregelt, müssen von zertifierten Aktuaren durchgeführt werden und müssen von unabhängigen Treuhändern genehmigt werden, bevor Beitragsanpassungen wirksam werden.

Beispiel

Ein PKV-Versicherer stellt fest, dass die tatsächlichen Leistungsausgaben für eine Versichertengruppe 8 Prozent über der aktuariellen Kalkulation liegen. Der Aktuar berechnet eine notwendige Beitragsanpassung von 6 Prozent, die nach Treuhänderprüfung zum nächsten Jahr wirksam wird.

Ärzteversichert erklärt PKV-versicherten Ärzten die Hintergründe von Beitragsanpassungen und prüft, ob ein Tarifwechsel oder Versichererwechsel die bessere Option ist.


Quellen: Deutsche Aktuarvereinigung, PKV-Aktuariat (2025); Verband der Privaten Krankenversicherung, Beitragskalkulation (2024).

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