Die Aligner-Therapie ist eine kieferorthopädische Behandlungsmethode, bei der Zahnfehlstellungen mithilfe einer Serie transparenter, herausnehmbarer Kunststoffschienen korrigiert werden. Im Unterschied zu fest eingebundenen Brackets erfolgt die Kraftentfaltung durch wechselnde, digital geplante Schienen, die etwa alle zwei Wochen getauscht werden.
Bedeutung für Ärzte
Für Zahnärzte und Kieferorthopäden ist die Aligner-Therapie ein wachsendes Leistungsfeld: Der Markt für Aligner-Behandlungen in Deutschland wächst jährlich zweistellig. Abrechnungstechnisch werden Aligner-Leistungen nach GOZ über die Analogberechnung (§ 6 Abs. 1 GOZ) oder über spezifische GOZ-Ziffern wie 6100 ff. abgerechnet. Eine vollständige Aligner-Behandlung kann je nach Komplexität 3.000 bis 8.000 Euro kosten. GKV-Versicherte erhalten nur bei medizinischer Indikation und schwerem Befund einen Zuschuss; PKV-Versicherte werden je nach Tarif deutlich umfassender erstattet.
Abgrenzung
Die Aligner-Therapie ist von der festsitzenden kieferorthopädischen Behandlung mit Brackets und Bögen (Multibracket-Apparatur) zu unterscheiden. Brackets sind in der Regel für komplexere Korrekturen besser geeignet und werden nach anderen GOZ-Positionen abgerechnet. Auch Schienen zu anderen Zwecken wie Aufbissschienen oder Bleaching-Schienen fallen nicht unter die Aligner-Therapie.
Beispiel
Eine 28-jährige Zahnärztin möchte einer Privatpatientin mit leichter Engstandsproblematik eine Aligner-Behandlung anbieten. Sie erstellt einen digitalen Behandlungsplan mit 30 Schienen-Schritten und rechnet nach GOZ ab. Die PKV der Patientin erstattet 80 Prozent der Kosten. Ärzteversichert weist darauf hin, dass Ärzte und Zahnärzte, die selbst PKV-versichert sind, von solchen Erstattungsmodalitäten direkt profitieren können.
Quellen
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