Anlagerisiko bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, dass der tatsächliche Ertrag einer Kapitalanlage vom erwarteten Ertrag abweicht oder ein Teil- oder Totalverlust des eingesetzten Kapitals eintritt. Es setzt sich aus mehreren Risikokomponenten zusammen, die je nach Anlageklasse unterschiedlich stark ausgeprägt sind.
Bedeutung für Ärzte
Ärzte bauen im Laufe ihrer Berufsjahre häufig erhebliche Vermögen auf, sei es durch Praxisgewinne, Erbschaften oder hohe Gehälter. Das Anlagerisiko ist dabei unmittelbar relevant: Wer sein Vermögen ausschließlich in nominalen Anlagen wie Tagesgeld oder Bundesanleihen hält, trägt zwar geringe Marktschwankungen, aber ein erhebliches Inflationsrisiko. Wer hingegen stark in Aktien investiert, trägt Kursschwankungsrisiken von historisch bis zu 50 Prozent temporärem Wertverlust. Für die Altersvorsorge empfehlen Finanzexperten, das Anlagerisiko nach dem Anlagehorizont zu steuern: Wer noch 20 Jahre bis zur Rente hat, kann höhere Risiken tragen als jemand mit 5 Jahren Horizont.
Abgrenzung
Anlagerisiko ist ein Oberbegriff; er umfasst das systematische Marktrisiko (betrifft alle Anlagen gleichzeitig), das unsystematische Einzeltitelrisiko (diversifizierbar) sowie das Ausfallrisiko (Bonität des Emittenten), das Währungsrisiko und das Liquiditätsrisiko. Nicht zu verwechseln ist das Anlagerisiko mit dem Versicherungsrisiko, das die Ungewissheit bei Schadensereignissen beschreibt.
Beispiel
Ein Radiologe investiert 200.000 Euro in einen globalen Aktienfonds. Während einer Marktkorrektur sinkt der Wert vorübergehend auf 140.000 Euro. Wer diesen Rückgang nicht psychologisch tolerieren kann, hat sein Risikoprofil falsch eingeschätzt. Ärzteversichert empfiehlt, vor dem Aufbau eines Anlageportfolios eine strukturierte Risikoprofilanalyse durchzuführen.
Quellen
- BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
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