Eine Anleihe ist ein verzinsliches Wertpapier (Schuldverschreibung), bei dem ein Emittent wie ein Staat, eine Gemeinde oder ein Unternehmen Kapital von Investoren aufnimmt und sich im Gegenzug verpflichtet, dem Gläubiger regelmäßige Zinszahlungen (Kupon) sowie am Ende der Laufzeit den Nennwert zurückzuzahlen. Anleihen zählen zu den Fremdkapitalinstrumenten und gelten klassischerweise als risikoärmer als Aktien.

Bedeutung für Ärzte

In Phasen niedriger Zinsen, wie sie bis 2022 vorherrschten, lieferten Anleihen kaum Rendite bei fortbestehendem Kursrisiko bei steigenden Zinsen. Seit dem Zinsanstieg 2022 bieten Staatsanleihen guter Bonität wieder Renditen von 2,5 bis 4,5 Prozent jährlich. Für Ärzte mit kurz- bis mittelfristigem Anlagehorizont können Anleihen eine stabilisierende Komponente im Portfolio sein, die Verluste aus Aktien in Krisenzeiten abfedern. Wichtig ist die Bonität des Emittenten: Bundesanleihen gelten als nahezu risikolos, Unternehmensanleihen mit schlechterem Rating tragen ein spürbares Ausfallrisiko.

Abgrenzung

Anleihen sind von Aktien zu unterscheiden: Aktionäre sind Miteigentümer, Anleihegläubiger sind Gläubiger. Im Insolvenzfall werden Gläubiger vor Eigenkapitalgebern bedient, was Anleihen weniger riskant macht. Anleihen sind außerdem nicht identisch mit Festgeld oder Tagesgeld, obwohl alle drei Zinserträge liefern. Festgeld und Tagesgeld sind Bankeinlagen mit gesetzlicher Einlagensicherung bis 100.000 Euro; Anleihen sind Wertpapiere und unterliegen dem Marktpreisrisiko.

Beispiel

Eine Ärztin investiert 50.000 Euro in eine zehnjährige Bundesanleihe mit einem Kupon von 3 Prozent. Sie erhält jährlich 1.500 Euro Zinsen und nach zehn Jahren den Nennwert zurück. Ärzteversichert erklärt im Beratungsgespräch, wie Anleihen sinnvoll in ein ausgewogenes Altersvorsorgeportfolio integriert werden können.

Quellen

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