Die Anleiherendite bezeichnet den effektiven jährlichen Ertrag, den ein Investor mit einer Anleihe erzielt, wenn er sie zu einem bestimmten Kurs kauft, die Kupons erhält und am Laufzeitende den Nennwert ausgezahlt bekommt. Die gebräuchlichste Kennzahl ist die Rendite bis zur Fälligkeit (Yield to Maturity, YTM), die alle Cash Flows auf Barwertbasis berücksichtigt.
Bedeutung für Ärzte
Anleiherenditen sind für Ärzte relevant, weil viele Lebensversicherungen, Pensionspläne und Versicherungsprodukte auf der Anleiherendite basieren. Wenn Anleiherenditen fallen, sinken auch die Garantiezinsen und Überschussbeteiligungen solcher Produkte. Seit dem Zinsanstieg 2022 sind die Renditen europäischer Staatsanleihen von nahezu null auf über 3 Prozent gestiegen, was festverzinsliche Anlagen wieder attraktiver macht. Für Ärzteversorgungswerke, die einen großen Teil in Anleihen investieren, bedeutet ein Renditeanstieg zunächst Kursverluste, langfristig aber höhere Einnahmen.
Abgrenzung
Die Anleiherendite ist vom Kupon zu unterscheiden: Der Kupon ist der nominale Zinssatz auf den Nennwert und ändert sich nach Ausgabe nicht mehr. Die Rendite hingegen hängt vom aktuellen Kaufkurs ab und schwankt täglich. Steigen Anleiherenditen, fallen Anleihekurse und umgekehrt; dieses inverse Verhältnis ist ein zentrales Prinzip des Anleihemarkts.
Beispiel
Ein Arzt kauft eine zehnjährige Staatsanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro und einem Kupon von 2 Prozent zu einem Kurs von 95 Prozent (9.500 Euro). Da er am Ende 10.000 Euro zurückerhält und jährlich 200 Euro Kupon kassiert, liegt seine tatsächliche Rendite bis zur Fälligkeit über 2 Prozent. Ärzteversichert erklärt, wie solche Renditeberechnungen bei der Beurteilung von Anlageangeboten eingesetzt werden sollten.
Quellen
- BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →