Ausschüttende Fonds bezeichnen Investmentfonds oder ETFs, die erwirtschaftete Erträge wie Dividenden, Zinsen und Kursgewinne aus realisierten Positionen regelmäßig an die Anteilseigner auszahlen, anstatt sie im Fonds zu reinvestieren. Die Ausschüttungen erfolgen je nach Fonds monatlich, quartalsweise oder jährlich.
Bedeutung für Ärzte
Für Ärzte, die im Ruhestand einen regelmäßigen Cashflow aus ihrem Kapital benötigen, können ausschüttende Fonds eine planbare Einkommensquelle sein. Während der Ansparphase sind thesaurierende Fonds in der Regel steuerlich vorteilhafter, weil Erträge nicht jährlich versteuert werden müssen und der Zinseszinseffekt ungebremst wirkt. Ab 2018 wurden ausschüttende und thesaurierende Fonds steuerlich gleichgestellt (Investmentsteuerreform); ein wesentlicher Unterschied bleibt die Liquiditätspräferenz. Wer im Ruhestand monatlich 2.000 Euro aus einem Fondsportfolio entnehmen möchte, muss entweder einen ausschüttenden Fonds wählen oder bei thesaurierenden Fonds regelmäßig Anteile verkaufen.
Abgrenzung
Ausschüttende Fonds sind von thesaurierenden Fonds zu unterscheiden, bei denen alle Erträge automatisch reinvestiert werden. Außerdem sind sie nicht identisch mit Dividendenfonds, die speziell auf dividendenstarke Aktien setzen; ein ausschüttender Fonds kann auch aus Anleihen oder gemischten Portfolios bestehen.
Beispiel
Eine Ärztin investiert im Ruhestand 300.000 Euro in einen ausschüttenden globalen Dividenden-ETF. Bei einer Ausschüttungsrendite von 2,5 Prozent jährlich erhält sie rund 625 Euro pro Monat; dieser Betrag ergänzt ihre Versorgungswerksrente. Ärzteversichert berät, wie Ausschüttungsstrategien mit Steuerplanung im Ruhestand kombiniert werden.
Quellen
- BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
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