Ausschüttung und Thesaurierung bezeichnen die zwei gegensätzlichen Methoden, wie ein Investmentfonds mit erwirtschafteten Erträgen umgeht: Bei der Ausschüttung werden Dividenden, Zinsen und realisierte Kursgewinne an die Anteilseigner ausgezahlt; bei der Thesaurierung verbleiben alle Erträge im Fonds und werden automatisch reinvestiert.

Bedeutung für Ärzte

Für Ärzte in der Vermögensaufbauphase ist die Thesaurierung in der Regel vorteilhafter: Die Erträge werden sofort reinvestiert, was den Zinseszinseffekt maximiert. Zudem wurde durch die Investmentsteuerreform 2018 eine Vorabpauschale eingeführt, die auch thesaurierende Fonds jährlich minimal besteuert, was den früheren Steuervorteil der Thesaurierung etwas reduziert. Im Ruhestand, wenn regelmäßige Liquidität benötigt wird, können ausschüttende Varianten sinnvoller sein. Für Ärzte mit hohem Steuersatz (Abgeltungsteuer 26,375 Prozent plus Kirchensteuer) kann es sich lohnen, den Sparerpauschbetrag (2024: 1.000 Euro) durch ausschüttende Positionen optimal auszunutzen.

Abgrenzung

Die Unterscheidung betrifft ausschließlich die Ertragsverwendung eines Fonds; das Anlageuniversum und die Risikostruktur sind identisch. Derselbe ETF ist oft in einer ausschüttenden und einer thesaurierenden Variante erhältlich (erkennbar an „Dist" bzw. „Acc" im Fondsnamen). Die steuerliche Behandlung ist seit 2018 weitgehend angeglichen.

Beispiel

Ein Arzt wählt für seine Altersvorsorge einen thesaurierenden MSCI World ETF. Alle erhaltenen Dividenden werden automatisch reinvestiert; nach 20 Jahren hat er durch den Zinseszinseffekt bei angenommenen 7 Prozent Jahresrendite sein eingesetztes Kapital deutlich stärker gesteigert, als wenn er regelmäßig Ausschüttungen entnommen hätte. Ärzteversichert erläutert die optimale Kombination beider Modelle für verschiedene Lebensphasen.

Quellen

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