Ein Auszahlungsplan im Ruhestand beschreibt die strukturierte und planmäßige Entnahme von Kapital aus einem Anlageportfolio oder einer Rentenversicherung, um im Ruhestand ein regelmäßiges Einkommen zu sichern. Er legt die monatliche Entnahmehöhe, die Entnahmedauer und die Anlagestrategie während der Entnahmephase fest.

Bedeutung für Ärzte

Niedergelassene Ärzte sind in der Regel Mitglieder eines Versorgungswerks und erhalten eine Altersrente; darüber hinaus haben viele ein privates Vermögen aufgebaut, das im Ruhestand gezielt eingesetzt werden sollte. Eine zentrale Frage ist das Langlebigkeitsrisiko: Wer mit 67 in Rente geht und 92 Jahre alt wird, benötigt 25 Jahre Kapital. Ein einfacher Auszahlungsplan rechnet auf Basis des vorhandenen Kapitalstocks und einer realistischen Anlagerendite die maximale sichere Entnahmerate aus. Als Faustregel gilt: 3 bis 4 Prozent des Startportfolios jährlich gelten als historisch nachhaltig (sog. 4-Prozent-Regel).

Abgrenzung

Der Auszahlungsplan ist von der Rentenversicherung zu unterscheiden: Letztere bietet eine garantierte lebenslange Rente ohne Kapitalverzehr; beim Auszahlungsplan besteht das Risiko, das Kapital vor dem Lebensende aufzubrauchen. Außerdem ist er nicht identisch mit einem Entnahmeplan bei einer Bank (Einlagenkonto-Variante), der keine Kapitalanlage in Wertpapieren beinhaltet.

Beispiel

Ein Arzt tritt mit 67 in den Ruhestand und hat neben seiner Versorgungswerksrente ein Depot von 800.000 Euro. Er entscheidet sich für einen jährlichen Entnahmeplan von 3,5 Prozent, was 28.000 Euro jährlich oder ca. 2.333 Euro monatlich ergibt, bei gleichzeitiger Fortführung der Anlage zu 5 Prozent. Sein Berater bei Ärzteversichert prüft regelmäßig die Portfolioentwicklung und passt die Entnahmerate bei Bedarf an.

Quellen

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