Praxis-Benchmarking bezeichnet den systematischen Vergleich betriebswirtschaftlicher und medizinischer Kennzahlen einer Arztpraxis mit Durchschnitts- oder Bestwerten vergleichbarer Praxen der gleichen Fachgruppe. Ziel ist es, Stärken und Schwächen der eigenen Praxis zu identifizieren und auf Basis der Vergleichsdaten gezielte Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten.

Bedeutung für Ärzte

Benchmarking ist ein wichtiges Steuerungsinstrument für Praxisinhaber. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung stellt regelmäßig Kennzahlenberichte je Fachgruppe bereit, die als Vergleichsbasis dienen. Typische Benchmarking-Kennzahlen sind Fallzahl pro Quartal, Honorar pro Fall, Kosten-Erlös-Ratio und Personalkostenquote. Liegt die eigene Praxis z. B. beim Honorar pro Fall 20 Prozent unter dem Fachgruppendurchschnitt, deutet das auf Abrechnungsdefizite oder strukturelle Unterschiede hin. Ärzteversichert nutzt Praxis-Benchmarks auch bei der Beratung zu Praxisfinanzierung und Versicherungskonzepten, um realistische Umsatzprognosen zu entwickeln.

Abgrenzung

Praxis-Benchmarking ist keine Wirtschaftlichkeitsprüfung durch die KV, die auf Kostenkontrolle abzielt. Es ist auch kein externer Prüfbericht, sondern ein freiwilliges internes Steuerungsinstrument.

Beispiel

Ein Kardiologe vergleicht sein Quartalsergebnis mit dem KV-Kennzahlenbericht seiner Fachgruppe. Er stellt fest, dass seine Fallzahl 15 Prozent unter dem Durchschnitt liegt, sein Honorar pro Fall jedoch 10 Prozent darüber. Schlussfolgerung: Er hat ein selektives Patientenklientel mit aufwändigeren Fällen und sollte seine Patientengewinnung ausbauen.

Quellen

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