Blue Chips bezeichnen Aktien von Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung, stabiler Gewinnhistorie, einem bewährten Geschäftsmodell und in der Regel regelmäßigen Dividendenzahlungen. Der Begriff stammt aus dem Poker, wo blaue Chips traditionell den höchsten Wert hatten. In deutschen Indizes repräsentieren DAX-Werte wie Allianz, Siemens oder BASF typische Blue Chips; international zählen Apple, Johnson & Johnson oder Nestlé dazu.
Bedeutung für Ärzte
Ärzte mit einem hohen Einkommensteuersatz von bis zu 45 Prozent profitieren von der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge (25 Prozent), die unabhängig vom persönlichen Steuersatz gilt. Blue-Chip-Aktien eignen sich als Kerninvestment, weil sie trotz ihrer relativen Stabilität mittel- bis langfristig Renditen von durchschnittlich 5 bis 8 Prozent jährlich erzielen können. Regelmäßige Dividenden bieten zudem einen passiven Einkommensstrom, der im Alter als Ergänzung zur Versorgungswerk-Rente dienen kann. Allerdings können auch Blue Chips in Krisen erheblich fallen, wie 2020 oder 2008 gezeigt hat.
Abgrenzung
Blue Chips sind von Small Caps (kleinere Unternehmen) und Mid Caps (mittelgroße Unternehmen) zu unterscheiden, die höhere Wachstumschancen, aber auch höhere Volatilität bieten. Sie sind kein Synonym für Dividendenaktien, da nicht alle Blue Chips Dividenden zahlen (z. B. Berkshire Hathaway). Auch breite Indexfonds (ETFs auf MSCI World) bilden Blue Chips ab, bieten aber eine breitere Diversifikation als Einzeltitel.
Beispiel
Ein niedergelassener Arzt investiert monatlich 500 Euro in einen Sparplan auf einen DAX-ETF und ergänzt dies mit fünf ausgewählten Blue-Chip-Einzeltiteln aus dem Pharmasektor. Ärzteversichert empfiehlt, die Aktienauswahl im Rahmen einer umfassenden Finanzplanung zu treffen, die auch Versicherungsschutz und Altersvorsorge berücksichtigt.
Quellen
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
- BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
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