Die Bonitätsnote (auch: Rating) bezeichnet eine standardisierte Bewertung der Kreditwürdigkeit eines Schuldners, ob Unternehmen, Staat oder Privatperson, auf einer einheitlichen Skala. Ratingagenturen wie Moody's, Standard & Poor's (S&P) und Fitch vergeben Noten von AAA (höchste Bonität) bis D (Zahlungsausfall). Je besser die Note, desto niedriger der Zinssatz, den ein Schuldner zahlen muss.

Bedeutung für Ärzte

Für niedergelassene Ärzte ist die Bonitätsnote in zwei Kontexten relevant: bei der Praxisfinanzierung und bei der Kapitalanlage in Anleihen. Banken bewerten beim Praxiskredit die individuelle Bonität des Arztes anhand von Einkommensnachweisen, Verschuldungsgrad und Praxisertrag; eine gute Bonität spart bei einem Kredit von 300.000 Euro bei 0,5 Prozentpunkten niedrigerem Zinssatz über zehn Jahre mehrere tausend Euro. Bei der Anlage in Unternehmensanleihen oder Staats­anleihen signalisiert ein Investment-Grade-Rating (BBB und besser) eine hinreichende Schuldnerstabilität.

Abgrenzung

Das externe Rating durch Agenturen ist vom internen Scoring der Hausbank zu unterscheiden, das auf eigenen Algorithmen basiert und nicht öffentlich zugänglich ist. Auch die persönliche Bonitätsauskunft der SCHUFA ist ein internes Scoring, kein standardisiertes Agentur-Rating. Für Anleihen gilt: Unterhalb von BBB spricht man von „High Yield" oder „Junk Bonds", die deutlich höhere Renditechancen, aber auch erheblich höhere Ausfallrisiken bieten.

Beispiel

Ein Arzt möchte in Unternehmensanleihen investieren und vergleicht zwei Papiere: eine Anleihe eines DAX-Konzerns mit A-Rating (Rendite 3,5 Prozent) und eine mittelständische Anleihe ohne Rating (Rendite 7 Prozent). Das höhere Rating des DAX-Konzerns signalisiert geringeres Ausfallrisiko, rechtfertigt aber auch die niedrigere Verzinsung. Ärzteversichert empfiehlt, das Rendite-Risiko-Verhältnis stets im Gesamtkontext der Anlagestrategie zu beurteilen.

Quellen

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