Die Break-even-Analyse bezeichnet ein betriebswirtschaftliches Instrument, mit dem ermittelt wird, ab welchem Umsatz oder welcher Behandlungsmenge eine Arztpraxis ihre Gesamtkosten vollständig deckt und in die Gewinnzone eintritt. Der Break-even-Punkt (Gewinnschwelle) liegt dort, wo Erlöse und Kosten gleich hoch sind und weder Gewinn noch Verlust entsteht.
Bedeutung für Ärzte
Für Praxisinhaber ist die Break-even-Analyse ein unverzichtbares Steuerungsinstrument, insbesondere bei Praxisgründung, Investitionsentscheidungen oder dem Einstieg in neue Leistungsbereiche. Typische Fixkosten einer Einzelpraxis (Miete, Personalkosten, Versicherungen, Leasingverträge) liegen je nach Fachgebiet zwischen 15.000 und 40.000 Euro monatlich. Dividiert man diese Fixkosten durch den durchschnittlichen Deckungsbeitrag je Patient, ergibt sich die Mindestpatientenzahl für die Kostendeckung. Eine Praxis mit 20.000 Euro Fixkosten und 35 Euro Deckungsbeitrag je Fall benötigt rund 571 Fälle pro Monat, um kostendeckend zu arbeiten.
Abgrenzung
Die Break-even-Analyse betrachtet die kurzfristige Kostendeckung; sie ist kein Instrument zur Unternehmensbewertung oder langfristigen Investitionsrechnung. Die Kapitalwertmethode oder der interne Zinsfuß eignen sich besser für die Bewertung mehrjähriger Investitionen. Auch der Deckungsbeitrag allein (Erlös minus variable Kosten) reicht nicht zur Gewinnermittlung, da er die Fixkostensituation nicht berücksichtigt.
Beispiel
Eine Gynäkologin eröffnet eine Zweigpraxis. Sie kalkuliert: monatliche Fixkosten 18.000 Euro, durchschnittlicher EBM-Erlös je Quartalskontakt 28 Euro, variable Kosten je Kontakt (Verbrauchsmaterial, Auftragsleistungen) 5 Euro, Deckungsbeitrag 23 Euro. Break-even bei 18.000 / 23 = ca. 782 Kontakten im Monat. Ärzteversichert empfiehlt, die Break-even-Analyse als Grundlage für die Planung des Praxisversicherungsbedarfs zu nutzen.
Quellen
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