Die Bruttorendite bezeichnet den prozentualen Ertrag einer Kapitalanlage vor Abzug von Steuern, Gebühren und Transaktionskosten. Sie ergibt sich aus dem Verhältnis des Ertrags (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne) zum eingesetzten Kapital, ausgedrückt in Prozent pro Jahr. Die Bruttorendite ist die am häufigsten in Produktinformationen angegebene Kennzahl, weil sie leicht vergleichbar ist.

Bedeutung für Ärzte

Für Ärzte mit einem Grenzsteuersatz von bis zu 45 Prozent ist die Bruttorendite nur ein erster Anhaltspunkt; entscheidend ist die Nettorendite nach Abzug von Abgeltungsteuer (25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag), Verwaltungsgebühren und Inflation. Eine Anleihe mit 4 Prozent Bruttorendite erzielt nach Abgeltungsteuer und Kosten oft nur 2,5 bis 3 Prozent Nettorendite. Bei einem Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (Einzelveranlagung, Stand 2023) können Erträge bis zu dieser Grenze steuerfrei vereinnahmt werden. Bei Immobilien wird die Bruttorendite aus Jahresmiete geteilt durch Kaufpreis berechnet, ohne Instandhaltungs- und Finanzierungskosten.

Abgrenzung

Die Bruttorendite ist von der Nettorendite (nach Steuern und Kosten) und der Realrendite (nach Inflation) zu unterscheiden. In der Immobilienbranche hat sich zusätzlich die Unterscheidung zwischen Bruttorendite (ohne Nebenkosten) und Nettoanfangsrendite (nach allen Bewirtschaftungskosten) etabliert. Anlageberater müssen nach MiFID II die effektiven Gesamtkosten (Total Expense Ratio, TER) ausweisen, die die wahre Renditebelastung transparenter machen.

Beispiel

Ein Arzt investiert 100.000 Euro in einen Aktienfonds. Im Jahr steigt der Kurs um 6.000 Euro, der Fonds schüttet 1.000 Euro Dividende aus. Die Bruttorendite beträgt 7 Prozent. Nach Abzug der Abgeltungsteuer auf die Dividende (250 Euro) und der TER von 0,5 Prozent (500 Euro) ergibt sich eine Nettorendite von ca. 6,25 Prozent. Ärzteversichert empfiehlt, stets die Nettorendite als Entscheidungsbasis heranzuziehen.

Quellen

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