Die Bucket-Strategie bezeichnet ein Vermögensorganisationskonzept, bei dem das Gesamtvermögen in drei zeitlich und risikoseitig unterschiedlich ausgerichtete Töpfe (Buckets) aufgeteilt wird: einen kurzfristigen Liquiditätspuffer (0 bis 3 Jahre), einen mittelfristigen Stabilitätspuffer (3 bis 10 Jahre) und einen langfristigen Wachstumstopf (über 10 Jahre). Das Konzept wurde vor allem für die Rentenphase entwickelt, lässt sich aber auch auf die Vermögensplanung während der aktiven Berufsphase anwenden.
Bedeutung für Ärzte
Für Ärzte, die im Alter auf eine Kombination aus Versorgungswerksrente, Mieteinnahmen und Kapitalvermögen zurückgreifen, bietet die Bucket-Strategie eine strukturierte Entnahmedisziplin. Bucket 1 enthält z. B. Tagesgeld und kurzfristige Anleihen für laufende Ausgaben. Bucket 2 umfasst ausgewogene Mischfonds oder Dividendentitel, die mittelfristig Rendite generieren und Bucket 1 regelmäßig auffüllen. Bucket 3 investiert in Aktienfonds oder Immobilien mit langem Anlagehorizont und damit dem höchsten Rendite-Risiko-Potenzial. Die Strategie verhindert, dass kurzfristige Marktschwankungen zu Panikverkäufen im Langfristdepot führen.
Abgrenzung
Die Bucket-Strategie ist kein eigener Investmentansatz, sondern ein Rahmenwerk zur Portfolioorganisation. Sie unterscheidet sich von der Core-Satellite-Strategie, die eine Kernanlage aus passiven ETFs mit aktiven Satellitenanlagen kombiniert. Auch die klassische Asset-Allokation (prozentualer Mix aus Aktien, Anleihen, Immobilien) löst die Frage der zeitlichen Entnahmeplanung nicht in der gleichen Weise wie die Bucket-Strategie.
Beispiel
Ein 63-jähriger Arzt plant in drei Jahren in Rente zu gehen. Er legt 150.000 Euro in Tagesgeld und kurzfristige Anleihen (Bucket 1), 300.000 Euro in Mischfonds (Bucket 2) und 600.000 Euro in einen weltweiten Aktien-ETF (Bucket 3). Ärzteversichert empfiehlt, die Bucket-Strategie mit einer steueroptimierten Entnahmeplanung zu kombinieren.
Quellen
- BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
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